Deutsche Tageszeitung - Autofahrer nach Wildunfällen zur Kasse gebeten: Urteil gegen Jäger bestätigt

Autofahrer nach Wildunfällen zur Kasse gebeten: Urteil gegen Jäger bestätigt


Autofahrer nach Wildunfällen zur Kasse gebeten: Urteil gegen Jäger bestätigt
Autofahrer nach Wildunfällen zur Kasse gebeten: Urteil gegen Jäger bestätigt / Foto: © AFP/Archiv

Das Landgericht Baden-Baden hat die Verurteilung eines Jägers wegen unrechtmäßigen Kassierens von Entschädigungen nach Wildunfällen im Wesentlichen bestätigt. Wie schon das Amtsgericht verurteilte auch das Landgericht den Mann zu einer Geldstrafe von 5500 Euro, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag in der baden-württembergischen Stadt mitteilte. Die Entscheidung fiel am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Der Jäger hatte nach zwei Wildunfällen im Dezember 2022 beziehungsweise im Januar 2023 von Autofahren jeweils Bargeldzahlungen von 200 Euro pro Tier eingefordert. Diese sollten als Entschädigung für eine Wildunfallbescheinigung beziehungsweise als Schadenersatz für die verletzten Tiere gelten.

Im Mai 2023 warf er außerdem einem Landwirt unter Vorlage eines Fotos eines getöteten Rehkitzes vor, drei Kitze bei Mäharbeiten getötet zu haben. Er verlangte 600 Euro Entschädigung pro Reh, was der Landwirt in bar bezahlte.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe und gab an, dass bei den Unfällen sein Aneignungsrecht verletzt worden sei. Daher habe ihm Schadenersatz zugestanden. Er legte Berufung gegen das Amtsgerichtsurteil ein.

Das Landgericht bestätigte die Sichtweise des Amtsgerichts größtenteils. Im Gegensatz zum Amtsgericht wertete es aber den dritten Fall nicht als Betrug, sondern als Nötigung. Die Kammer habe nicht ausschließen können, dass der Angeklagte davon überzeugt gewesen sei, einen Entschädigungsanspruch zu haben, hieß es.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Korruptionsverdacht: Früherer armenischer Präsident Kotscharjan festgenommen

In Armenien ist der frühere Präsident Robert Kotscharjan am Dienstag wegen Vorwürfen der Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder festgenommen worden. Der Ex-Staatschef und heutige Oppositionsführer sowie mehrere seiner Vertrauten würden verdächtigt, Ämter missbraucht zu haben, um sich "öffentliches Eigentum anzueignen" sowie "Vermögenswerte weit unterhalb des Marktpreises" zu erwerben, erklärte die armenische Anti-Korruptions-Behörde.

Per Notruf aus fahrendem Auto: Achtjährige stoppt Trunkenheitsfahrt ihrer Mutter

Eine Achtjährige hat bei Diepholz in Niedersachsen eine gefährliche Trunkenheitsfahrt ihrer Mutter gestoppt - per Notruf aus dem fahrenden Auto. Das verängstigte Kind setzte diesen per Freisprechanlage ab, wie die örtliche Polizei am Dienstag berichtete. Es habe in dem Notruf "aufgelöst" geschildert, wie die betrunkene Mutter Schlangenlinie fahre und auf die Gegenfahrbahn gerate. Polizisten lokalisierten den Wagen und stoppten ihn umgehend.

Merz bekennt sich vor Kabinettsklausur zu Kampf gegen Klimawandel

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich vor Beginn der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg zur Notwendigkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung bekannt. "Wir müssen den Klimawandel weiter eindämmen und zugleich unser Land besser an die Folgen des Klimawandels anpassen", sagte Merz in seinem Auftaktstatement am Dienstag. Darüber solle am Mittwoch im Kabinett beraten werden.

Menschenrechtsgericht fordert Freilassung des in der Türkei inhaftierten Kulturförderers Kavala

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Türkei zur Freilassung des inhaftierten Kulturförderers Osman Kavala aufgefordert. Die Verurteilungen Kavalas in seiner Heimat hätten vor allem das Ziel verfolgt, ihn "für seine Rolle bei den Gezi-Protesten zu bestrafen und ihn als Menschenrechtsverteidiger zum Schweigen zu bringen", erklärte der Vorsitzende Richter Mattias Guyomar am Montag in Straßburg.

Textgröße ändern: