Deutsche Tageszeitung - Extrem starker Hurrikan "Melissa" kurz vor Jamaikas Küste

Extrem starker Hurrikan "Melissa" kurz vor Jamaikas Küste


Extrem starker Hurrikan "Melissa" kurz vor Jamaikas Küste
Extrem starker Hurrikan "Melissa" kurz vor Jamaikas Küste / Foto: © RAMMB/CIRA/AFP

Angesichts des heranrückenden Hurrikans "Melissa" haben sich die Bewohner Jamaikas in Sicherheit gebracht oder ihre Häuser verrammelt. Der Hurrikan der höchsten Kategorie 5 rückte am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Stundenkilometern auf die Karibikinsel zu. "Dies ist die letzte Chance, ihr Leben zu schützen", warnte das US-Hurrikanwarnzentrum NHC am Dienstag. "Dies ist eine extrem gefährliche und lebensbedrohliche Situation! Suchen Sie jetzt Schutz!"

Textgröße ändern:

"Melissa" hat eine riesige Ausdehnung und ist einer der stärksten Hurrikane, die bisher je im Atlantik gemessen wurden. "Für Jamaika wird dies der Sturm des Jahrhunderts", sagte Anne-Claire Fontan von der Weltmeteorologie-Organisation WMO. Es drohten bis zu 700 Liter Regen pro Quadratmeter und damit katastrophale Sturzfluten und Erdrutsche. "Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen", warnte die Meteorologin.

Jamaikas Regierungschef Andrew Holness warnte vor weitreichender Zerstörung in dem karibischen Inselstaat. Jamaikas Minister für lokale Entwicklung, Desmond McKenzie, appellierte an die Bevölkerung, den Warnungen Folge zu leisten: "Jamaika, dies ist nicht der Moment, um mutig zu sein", sagte er. Das "kleine Zeitfenster" bis zum Eintreffen des Hurrikans müsse genutzt werden. Viel zu wenige Menschen hätten bisher die 880 eingerichteten Notunterkünfte aufgesucht.

Sprint-Olympiasieger Usain Bolt nutzte seine Online-Reichweite mit 4,6 Millionen Followern allein auf X, um die Sicherheitshinweise der Regierung weiterzuverbreiten und schrieb: "Pass auf dich auf, Jamaika!"

Die Internationale Föderation der Rot-Kreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften erklärte am Dienstag, sie rechne mit bis zu 1,5 Millionen Hurrikan-Betroffenen allein in Jamaika und sprach von einer "ernsten und unmittelbaren Bedrohung".

"Melissa" bewegt sich nur sehr langsam vorwärts und könnte daher lange über Land bleiben und deutlich mehr Schäden anrichten als andere Hurrikane. Experten sagten katastrophale Sturzfluten und Erdrutsche sowie extreme Regenfälle voraus. Es könnte Schäden in der Größenordnung wie beim Hurrikan "Katrina" geben, der 2005 New Orleans verwüstet hatte.

Viele Menschen in Jamaika trotzten dennoch den Evakuierungsaufforderungen. "Ich gehe nicht weg", sagte Roy Brown aus Port Royal der Nachrichtenagentur AFP. "Ich glaube nicht, dass ich vor dem Tod weglaufen kann." Er verwies auf schlechte Erfahrungen mit den staatlichen Hurrikan-Schutzunterkünften in der Vergangenheit.

In Haiti und der Dominikanischen Republik kamen durch "Melissa" bereits vier Menschen ums Leben, in Jamaika gab es durch Ausläufer des Sturms bis Dienstag drei Todesopfer.

"Melissa" ist bereits der 13. benannte Sturm der vom frühen Juni bis zum späten November anhaltenden Hurrikan-Saison im Atlantik. Es wurde erwartet, dass der Hurrikan nach dem Auftreffen in Jamaika weiter über den Osten Kubas zieht.

Die menschengemachte Erderwärmung führt nach Erkenntnissen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu häufigeren und heftigeren Extremwetterereignissen wie Stürmen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Zwei Menschen bei Messerangriff in Solingen lebensgefährlich verletzt

Bei einem Messerangriff im nordrhein-westfälischen Solingen sind zwei Menschen lebensgefährlich verletzt worden. Ein 46-Jähriger habe bei einem Streit auf offener Straße auf einen 48-Jährigen eingestochen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal am Mittwochabend mit. Ein 52-Jähriger, der bei dem Streit habe schlichten wollen, sei ebenfalls von dem 46-Jährigen mit dem Messer attackiert worden. Die beiden lebensgefährlich verletzten Männer seien ins Krankenhaus gebracht und operiert worden.

Streik im Westjordanland: Palästinenser protestieren gegen Israels Todesstrafe-Gesetz

Im Westjordanland haben am Mittwoch zahlreiche Menschen gegen die vom israelischen Parlament beschlossene Einführung der Todesstrafe für wegen Terrorismusvorwürfen verurteilte Palästinenser protestiert. Viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen in dem Palästinensergebiet blieben am Mittwoch geschlossen, wie AFP-Reporter berichteten. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Dienstag zu einem Generalstreik im Westjordanland aufgerufen.

Tödliche Schüsse auf Polizisten in Saarland: Junger Täter soll in Psychiatrie

Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen Polizisten im saarländischen Völklingen hat das Landgericht Saarbrücken den Mordvorwurf gegen den Angeklagten fallengelassen. Der zur Tatzeit 18-Jährige sei wegen einer paranoiden Schizophrenie bei den Schüssen schuldunfähig gewesen, urteilte das Gericht am Mittwoch. Der Mann soll nun unbefristet in der Psychiatrie untergebracht werden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft sprach angesichts des Urteils von einem "Schlag ins Gesicht" für alle Polizisten.

Wegen Aufrufen zu Anschlägen auf Politiker: Anklage gegen Reichsbürger erhoben

Wegen der Veröffentlichung von Todeslisten mit Namen von Politikern hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen mutmaßlichen Reichsbürger erhoben. Der Beschuldigte habe mindestens seit Mai vergangenen Jahres im Darknet zu Anschlägen auf Menschen des öffentlichen Lebens, Politiker und Amtsträger aufgerufen, erklärte der Generalbundesanwalt am Mittwoch in Karlsruhe.

Textgröße ändern: