Deutsche Tageszeitung - Messerangriff an Hamburger Hauptbahnhof: Beschuldigte soll in Psychiatrie

Messerangriff an Hamburger Hauptbahnhof: Beschuldigte soll in Psychiatrie


Messerangriff an Hamburger Hauptbahnhof: Beschuldigte soll in Psychiatrie
Messerangriff an Hamburger Hauptbahnhof: Beschuldigte soll in Psychiatrie / Foto: © AFP/Archiv

Ein knappes halbes Jahr nach einem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof mit 15 teils lebensgefährlich Verletzten hat die Staatsanwaltschaft ein sogenanntes Sicherungsverfahren gegen die mutmaßlich psychisch kranke Verdächtige beantragt. Die 39-Jährige leide "an einer mit Realitätsverkennung einhergehenden paranoiden Schizophrenie", erklärte die Behörde am Freitag in der Hansestadt. Sie sei daher als schuldunfähig einzustufen.

Textgröße ändern:

Rechtlich wird der Beschuldigten unter anderem versuchter Totschlag in 21 Fällen vorgeworfen, mehrere Opfer konnten aber ausweichen. Über die Zulassung der Antragsschrift entscheidet nun das Landgericht Hamburg.

Die Frau soll am 23. Mai an einem Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof ohne Vorwarnung mit einem Gemüsemesser wahllos auf wartende Reisende eingestochen haben, bevor sie von Zeugen gestoppt wurde. 15 Menschen wurden laut Staatsanwaltschaft teils erheblich verletzt. Nach früheren Behördenangaben schwebten vier davon zwischenzeitlich in Lebensgefahr.

Die zur Tatzeit ohne festen Wohnsitz lebende Frau wurde bereits kurz nach dem Vorfall als psychisch krank eingestuft und vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Der Staatsanwaltschaft zufolge bestätigte ein Expertenbegutachtung inzwischen eine mutmaßlich vollständig aufgehobene Einsichtsfähigkeit. Sie beantragte daher ein Sicherungsverfahren mit dem Ziel der dauerhaften Psychiatrieeinweisung.

Einbezogen werden soll dabei auch ein mutmaßlicher Scherenangriff der Beschuldigten auf ihren Vater etwa fünf Monate vor der Messerattacke am Hauptbahnhof. Das Verfahren wurde zunächst von der Staatsanwaltschaft im schleswig-holsteinischen Lübeck geführt, aber später nach Hamburg abgegeben. Der Vater erlitt laut Hamburger Staatsanwaltschaft mehrere Stichverletzungen. Er überlebte, weil die Mutter der Frau eingriff.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Mindestens 31 Tote und über 100 Verletzte bei Anschlag auf Moschee in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag an einer schiitischen Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Freitag dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Polizeikreisen gab es mindestens 31 Todesopfer - die Zahl der Toten werde vermutlich weiter steigen. Mehr als 130 weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Dutzende Verletzte wurden ins größte Krankenhaus Islamabads eingeliefert, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten.

Gefahr in Spanien und Portugal durch Hochwasser und Überschwemmungen dauert an

Trotz nachlassender Regenfälle nach dem Unwetter "Leonardo" bleibt die Lage in Spanien und Portugal angespannt: Überschwemmungen, Hochwasser führende Flüsse und volle Stauseen gaben Einwohnern und Behörden am Freitag weiter Anlass zu großer Sorge. In der südspanischen Region Andalusien waren noch rund 8000 Menschen vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert, darunter allein 1500 aus dem Gebirgsort Grazalema. Und ab Samstag wird in der Region das nächste Tief "Marta" mit heftigen Regenfällen erwartet.

14-Jähriger an See in Dormagen getötet: Kind als Tatverdächtiger ermittelt

Nach einem tödlichen Gewaltverbrechen an einem 14-Jährigen in Dormagen in Nordrhein-Westfalen ist ein Tatverdächtiger ermittelt worden. Es handle sich um ein Kind, teilte die Polizei in Neuss am Freitag mit. Weitere Angaben zum Alter machten die Ermittler vor diesem Hintergrund bewusst nicht. Auch zu den konkreten Tatumständen würden sich die Behörden nicht äußern, hieß es.

Sicherheitspolitiker fordern deutsche Ermittlungen zum Fall Epstein

Mehrere Sicherheitspolitiker im Bundestag haben eine systematische Auswertung der neu veröffentlichten US-Unterlagen zum Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein durch deutsche Staatsanwaltschaften gefordert. Die deutschen Behörden sollten sich "die Epstein-Akten genau anschauen und gegebenenfalls amerikanische Behörden nach weiteren Informationen anfragen", sagte der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe).

Textgröße ändern: