Deutsche Tageszeitung - Oxfam: Fast die Hälfte der Menschen im Südsudan leidet unter akutem Hunger

Oxfam: Fast die Hälfte der Menschen im Südsudan leidet unter akutem Hunger


Oxfam: Fast die Hälfte der Menschen im Südsudan leidet unter akutem Hunger
Oxfam: Fast die Hälfte der Menschen im Südsudan leidet unter akutem Hunger / Foto: © AFP/Archiv

Im Südsudan leiden sechs Millionen Menschen und damit fast die Hälfte der Bevölkerung des ostafrikanischen Landes nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam unter akutem Hunger. Sie hätten auch kaum Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen, erklärte Oxfam am Mittwoch. Gleichzeitig erhalte das Land so wenig finanzielle Unterstützung wie nie zuvor: Lediglich 41 Prozent der Nothilfen für 2025 seien bislang finanziert.

Textgröße ändern:

Wegen ausbleibender Finanzierung von Seiten der Geberländer seien internationale Hilfsorganisationen zu drastischen Kürzungen ihrer Arbeit vor Ort gezwungen, erklärte Oxfam. 450 Krankenhäuser und Gesundheitsstationen mussten demnach schließen. "Wird die lebenswichtige Hilfe nicht unverzüglich wieder aufgenommen, sind Millionen Menschen von Hunger und einer schnellen Ausbreitung schwerer Krankheiten bedroht", warnte Oxfam-Landesdirektorin Shabnam Baloch.

Zwei Millionen Menschen seien innerhalb des Landes vertrieben worden. Grund dafür sind Konflikte in dem von einem jahrelangen Bürgerkrieg gezeichneten Land sowie verheerende Überschwemmungen. Hunderttausende Menschen sind außerdem vor dem Bürgerkrieg aus dem benachbarten Sudan in den Südsudan geflohen.

Besonders betroffen von den Folgen der Hilfskürzungen sind Oxfam zufolge Frauen und Mädchen. "Wenn sie keine Hilfe erhalten, bleibt vielen Familien nur noch der Rückgriff auf gefährliche Überlebensstrategien", erklärte Baloch. Dazu zähle Kinderheirat oder das Risiko für Frauen und Mädchen, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt zu sein.

Der Südsudan hatte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. 2013 brach ein Bürgerkrieg aus, in dem bis zu seinem Ende im Jahr 2018 etwa 400.000 Menschen getötet wurden.

US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar per Dekret die US-Auslandshilfen eingefroren und anschließend mehr als 80 Prozent der Programme der Entwicklungshilfebehörde USAID gestrichen. Die massiven Kürzungen sorgten bei Hilfsorganisationen weltweit für Entsetzen.

Die US-Kürzungen sind besonders einschneidend, weil die USA international bisher einer der größten Geldgeber für Entwicklungshilfeprojekte waren. Hinzu kommen Kürzungen auch anderer Länder, darunter Deutschland, vor allem wegen der schwierigen Wirtschaftslage und wachsender Militärausgaben.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

US-Richter: Trumps Mittelentzug für öffentliche Sender war rechtswidrig

Juristische Niederlage für US-Präsident Donald Trump im Streit mit dem öffentlichen Rundfunk: Ein US-Bundesrichter hat den von Trump angeordneten Entzug von Bundesmitteln für das Radionetzwerk National Public Radio (NPR) und den Fernsehsender Public Broadcasting Service (PBS) als rechtswidrig eingestuft. Trumps Anordnung für das Ende der Finanzierung vom 1. Mai ziele darauf ab, kritische Ansichten zu unterdrücken, schrieb Bezirksrichter Randolph Moss zur Begründung.

Nachrichtenagentur: 29 Tote bei Absturz von russischem Militärflugzeug auf der Krim

Bei dem Absturz eines russischen Militärflugzeugs auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass 29 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien sechs Besatzungsmitglieder und 23 Passagiere, berichtete Tass am Mittwoch unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. An den Trümmern des Flugzeugs seien keinerlei Spuren eines äußeren Einschlags festgestellt worden.

Todesstrafe-Gesetz: Grünen-Chefin fordert Sanktionen gegen israelische Minister

Wegen der vom israelischen Parlament beschlossenen Einführung der Todesstrafe für wegen Terrorismusvorwürfen verurteilte Palästinenser hat Grünen-Ko-Chefin Franziska Brantner Sanktionen gegen die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich gefordert. "Die Bundesregierung darf nicht länger wegschauen, sondern muss handeln", sagte Brantner dem "Spiegel" laut einer Vorabmeldung vom Dienstag. Auch in der Linkspartei sorgt die Entscheidung aus Israel für Empörung.

"Wie ein Bergwerk": Spanische Polizei entdeckt Tunnelsystem zum Drogenschmuggel

Die spanische Polizei hat ein ausgeklügeltes unterirdisches Tunnelsystem zum Drogenschmuggel nach Europa entdeckt. Wie das Innenministerium in Madrid am Dienstag mitteilte, verband das aus drei Ebenen bestehende und bis zu 19 Meter unter die Erde reichende Tunnelnetzwerk Marokko mit der spanischen Exklave Ceuta und diente dem illegalen Transport von Haschisch nach Spanien und in weitere europäische Länder. Es handele sich um ein "Labyrinth wie in einem Bergwerk".

Textgröße ändern: