Deutsche Tageszeitung - Gift in Bohnen mit Speck: Frau wegen Mordversuchs an Noch-Ehemann verhaftet

Gift in Bohnen mit Speck: Frau wegen Mordversuchs an Noch-Ehemann verhaftet


Gift in Bohnen mit Speck: Frau wegen Mordversuchs an Noch-Ehemann verhaftet
Gift in Bohnen mit Speck: Frau wegen Mordversuchs an Noch-Ehemann verhaftet / Foto: © AFP/Archiv

Weil sie ihrem Noch-Ehemann ein mit Blauem Eisenhut vergiftetes Essen aus Bohnen und Speck vorsetzte, sitzt eine 59-Jährige in Nordrhein-Westfalen in Haft. Der Frau aus Velbert im Landkreis Mettmann wird versuchter Mord vorgeworfen, wie die Polizei in Mettmann und die Staatsanwaltschaft Wuppertal am Freitag berichteten. Ihr Ehemann, mit dem sie in Trennung lebt, überstand die Giftattacke.

Textgröße ändern:

Der 56-Jährige wurde in der Nacht auf den 8. November nach heftigem Erbrechen und starken Bauchschmerzen mit lebensgefährlichen Vergiftungssymptomen in ein Krankenhaus eingeliefert. Er verlor das Bewusstsein und musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Durch die Behandlung stabilisierte sich sein Gesundheitszustand wieder, so dass er wenige Tage später aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

Die Ermittlungen führten auf die Spur der 59-jährigen Ehefrau, die ihm zuvor weiße Bohnen mit Speck zubereitet hatte. Zudem erhielt die Polizei den Hinweis, dass die Frau vor der Tat damit gedroht haben soll, den Mann zu vergiften.

Anhand eines toxikologischen Gutachtens wurde im Mageninhalt, im Blut sowie in Speiseresten das Pflanzengift Aconitin festgestellt, das aus dem Blauen Eisenhut gewonnen wird. Schon kleinste verzehrte Mengen können tödliche Folgen haben.

Nach Durchsuchungen und Handyauswertungen erhärtete sich schließlich der dringende Tatverdacht gegen die Noch-Ehefrau des Manns. Sie soll das mit dem Gift versetzte Abendessen unter Beihilfe einer Freundin aus Bayern zubereitet und dem 56-Jährigen zum Verzehr mitgegeben haben.

Die 59-Jährige wurde an Donnerstag vergangener Woche wegen des Verdachts des versuchten Mordes festgenommen. Sie sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Auch gegen die gleichaltrige Freundin wurde Haftbefehl wegen Beihilfe zum versuchten Mord erlassen. Sie befindet sich nun ebenfalls in Haft.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Millionenbetrug in Corona-Testzentrum: Mehrjährige Haftstrafen in Hannover

Wegen Millionenbetrugs mit Coronaschnelltests während der Pandemie hat das Landgericht Hannover zwei Angeklagte zu Haftstrafen von fünfeinhalb und sechs Jahren verurteilt. Nach Angaben eines Sprechers vom Mittwoch sah es die zuständige Kammer als erwiesen an, dass die beiden Beschuldigten ein Testzentrum in Hannover betrieben und dort zwischen Ende 2021 und Anfang 2023 massenhaft tatsächlich gar nicht erfolgte Tests abrechneten.

Versuchte Sabotage von deutscher Gasversorgung: Razzia in Zusammenhang mit Gazprom

Der Generalbundesanwalt untersucht den Verdacht, dass der Verkauf der Berliner Gazprom-Tochter 2022 die Gasversorgung in Deutschland sabotieren sollte. Am Mittwoch wurden nach Angaben der Karlsruher Behörde Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsucht. Ermittelt wird demnach wegen versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage und der Beihilfe zu Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz.

Mahnmal für im Nationalsozialismus verfolgte Zeugen Jehovas eingeweiht

Im Berliner Tiergarten ist am Mittwoch das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas der Öffentlichkeit übergeben worden. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) nannte das Denkmal "eine Verbeugung vor den Opfern des Nationalsozialismus". Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erklärte, mit dem Mahnmal werde eine Lücke in der deutschen Erinnerungskultur geschlossen.

Versuchter Angriff auf deutsche Gasversorgung: Razzia in Zusammenhang mit Gazprom

Wegen des Verdachts eines versuchten Angriffs auf die deutsche Gasversorgung hat die Bundesanwaltschaft am Mittwoch Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsuchen lassen. Dabei geht es nach Angaben der Karlsruher Behörde um Verkauf und Liquidierung der früheren Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, Gazprom Germania, Ende März 2022. Die Firma hielt damals mindestens 25 Prozent der Erdgasspeicherkapazitäten in Deutschland vor.

Textgröße ändern: