Deutsche Tageszeitung - Lange Haft wegen Lovescams und Mitgliedschaft in nigerianischer Mafia in Oldenburg

Lange Haft wegen Lovescams und Mitgliedschaft in nigerianischer Mafia in Oldenburg


Lange Haft wegen Lovescams und Mitgliedschaft in nigerianischer Mafia in Oldenburg
Lange Haft wegen Lovescams und Mitgliedschaft in nigerianischer Mafia in Oldenburg / Foto: © AFP/Archiv

Wegen zahlreicher sogenannter Lovescam-Betrugstaten und der Mitgliedschaft in der nigerianischen Gruppierung Black Axe (Schwarze Axt) ist ein Mann vom Landgericht Oldenburg zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Die Kammer sprach den 46-Jährigen aus Delmenhorst unter anderem des gemeinschaftlichen Bandenbetrugs in 20 Fällen, der Geldwäsche und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

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Damit folgte das Gericht dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten gefordert. Die mitangeklagte Exfrau des 46-Jährigen und ein 52-Jähriger Mann wurden zu Geldstrafen von 4200 beziehungsweise 2400 Euro verurteilt. Sie hatten dem Hauptangeklagten ihre Konten für Geldeingänge zur Verfügung gestellt. Bei dem 46-Jährigen wurde zudem die Einziehung von 307.000 Euro angeordnet.

Laut Anklage hatte der 46-Jährige mit verschiedenen Betrugsmaschen Menschen dazu veranlasst, Geld auf seine oder von ihm genutzte Konten zu überweisen. So soll er zum Beispiel einem Mann vorgespiegelt haben, eine an ihm interessierte Frau zu sein, die ein Paket mit Gold geschickt habe, das nun beim Zoll ausgelöst werden müsse. Außerdem stellte er laut Staatsanwaltschaft sein Konto Dritten zur Begehung weiterer Betrugstaten zur Verfügung.

Der Mann ist laut Anklage seit 2011 Mitglied der nigerianischen Bruderschaft. Die Confraternity - oder Bruderschaft - Black Axe wird auch Neo Black Movement of Africa genannt. Dabei handelt es sich laut deutschen Ermittlern um eine von mehreren Bruderschaften, die zusammen auch als nigerianische Mafia bezeichnet werden. Die Bruderschaften werden streng hierarchisch aus Nigeria geführt und sind weltweit in den Bereichen Menschenhandel, Betrug, Geldwäsche, Prostitution und Drogenhandel aktiv. Der Prozess begann am 3. November. Das Urteil fiel am Dienstag.

(O.Tatarinov--DTZ)

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