Deutsche Tageszeitung - Mutmaßlicher Attentäter von Sydney des 15-fachen Mordes beschuldigt

Mutmaßlicher Attentäter von Sydney des 15-fachen Mordes beschuldigt


Mutmaßlicher Attentäter von Sydney des 15-fachen Mordes beschuldigt
Mutmaßlicher Attentäter von Sydney des 15-fachen Mordes beschuldigt / Foto: © AFP

Drei Tage nach dem tödlichen Anschlag auf eine jüdische Feier am Bondi Beach in Sydney wird der überlebende mutmaßliche Attentäter des 15-fachen Mordes beschuldigt. Der Mann solle zudem wegen Terrorismus angeklagt werden, erklärte die Polizei des Bundesstaates New South Wales am Mittwoch. Die Ermittler werfen ihm vor Handlungen begangen zu haben, "die Tod und schwere Verletzungen zur Folge hatten und Leben gefährdeten".

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Der 24-jährige Naveed Akram werde dem Gericht am Mittwoch per Video zugeschaltet, erklärte die Polizei weiter. Der australische Staatsbürger Akram wurde bei dem Polizeieinsatz nach dem Schusswaffenangriff am Bondi Beach schwer verletzt und liegt unter polizeilicher Bewachung im Krankenhaus. Er hatte den Angriff den Ermittlungen zufolge zusammen mit seinem 50-jährigen Vater verübt. Sajid Akram wurde von der Polizei erschossen.

Die Schützen hatten am Sonntag am weltberühmten Bondi Beach auf Teilnehmer einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka gefeuert und 15 Menschen getötet, darunter ein zehnjähriges Kind und einen Holocaust-Überlebenden. Dutzende Menschen wurden teils schwer verletzt. Die australischen Behörden erklärten, es handele sich um einen antisemitischen Angriff.

Die Polizei wirft Naveed Akram die "vorsätzliche Herbeiführung schwerer Körperverletzungen mit Tötungsabsicht" in 40 Fällen vor. Der 24-Jährige habe aus religiösen Motiven gehandelt und Angst verbreiten wollen. Zudem soll er wegen des Zuschaustellens des Symbols einer verbotenen terroristischen Organisation angeklagt werden.

Australiens Premierminister Anthony Albanese sagte, die Täter seien offenbar von der Ideologie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angetrieben worden. Die IS-Miliz gilt in Australien offiziell als Terrormiliz. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben zwei selbstgemachte IS-Flaggen in einem auf Naveed Akrams Namen registrierten Auto in der Nähe des Anschlagsortes gefunden.

Kurz vor dem Anschlag hielten sich Vater und Sohn den philippinischen Behörden zufolge auf den Philippinen auf. Sie seien am 1. November in die Philippinen gereist, um die von islamistischen Unruhen geprägte Region Mindanao zu besuchen. Beide hätten die Provinz Davao als Zielort angegeben und das Land am 28. November 2025 mit einem Anschlussflug von dort nach Manila mit dem Ziel Sydney wieder verlassen.

Laut der philippinischen Regierung gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass die mutmaßlichen Attentäter in den Philippinen ein terroristisches Training unterlaufen hätten. Präsident Ferdinand Marcos weise "die pauschale Aussage und die irreführende Darstellung der Philippinen als Trainingshochburg des IS entschieden zurück", sagte Regierungssprecherin Claire Castro am Mittwoch. "Es wurden keine Beweise vorgelegt, die die Behauptung stützen, dass das Land für Terroristenausbildungen genutzt wurde."

Australischen Medien zufolge untersuchen die Behörden derzeit, ob die Verdächtigen in den Philippinen Islamisten trafen.

In der von Unruhen geprägten philippinischen Region Mindanao, in der Davao liegt, kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu islamistischen Anschlägen auf Busse, katholische Kirchen und öffentliche Märkte. Von der Regierung unterstützte Sicherheitskräfte kämpfen dort seit langem gegen die mit dem IS in Verbindung stehenden Islamistengruppen Maute und Abu Sayyaf.

(U.Beriyev--DTZ)

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