Deutsche Tageszeitung - Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Abriss von Hindu-Statue sorgt für Streit

Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Abriss von Hindu-Statue sorgt für Streit


Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Abriss von Hindu-Statue sorgt für Streit
Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Abriss von Hindu-Statue sorgt für Streit / Foto: © AFP/Archiv

Im Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat der Abriss einer kambodschanischen Hindu-Statue durch thailändische Soldaten für weiteren Ärger gesorgt. Nach Kritik aus Kambodscha und Indien erklärte die thailändische Regierung am Donnerstag, die Statue sei aus "Sicherheits- und Verwaltungsgründen" abgerissen worden - um die Missachtung einer "Religion oder Weltanschauung" sei es dabei nicht gegangen.

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Die 2014 errichtete Statue der hinduistischen Gottheit Vishnu, die sich nach Angaben der Behörden der kambodschanischen Grenzregion Preah Vihear auf kambodschanischem Territorium befand, war am Montag von thailändischen Soldaten abgerissen worden. Das Außenministerium des mehrheitlich hinduistischen Indiens hatte den Abriss der Statue am Mittwoch als "respektlose Handlung" angeprangert, welche "die Gefühle von Gläubigen auf der ganzen Welt" verletze.

"Das genannte Bauwerk stand in keinem Zusammenhang mit einer Religion, sondern war lediglich ein dekoratives Element" an der Grenze, entgegnete nun die thailändische Regierung. Bangkok bedauere jedoch aufrichtig "jegliche Unannehmlichkeiten, die durch Missverständnisse" aufgrund des Abrisses entstanden sein könnten.

Videos, die den Abriss der Vishnu-Statue mit einem Bagger zeigten, waren in den vergangenen Tagen vielfach in Onlinediensten verbreitet worden. Recherchen der Nachrichtenagentur AFP ergaben, dass sich die Statue rund 400 Meter vom Grenzverlauf entfernt auf kambodschanischer Seite befand.

Seit Mittwoch beraten Delegationen beider Länder über ein Ende ihres im Dezember erneut aufgeflammten Grenzkonflikts. Bei den Kämpfen wurden nach offiziellen Angaben bislang mehr als 40 Menschen getötet und über 900.000 vertrieben. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die neuen Zusammenstöße ausgelöst zu haben, und berufen sich jeweils auf ihr Recht auf Selbstverteidigung.

Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907.

(M.Travkina--DTZ)

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