Deutsche Tageszeitung - Trump kündigt Abzug der Nationalgarde aus Chicago, Los Angeles und Portland an

Trump kündigt Abzug der Nationalgarde aus Chicago, Los Angeles und Portland an


Trump kündigt Abzug der Nationalgarde aus Chicago, Los Angeles und Portland an
Trump kündigt Abzug der Nationalgarde aus Chicago, Los Angeles und Portland an / Foto: © AFP

Nach mehreren juristischen Niederlagen hat US-Präsident Donald Trump den Abzug der Nationalgarde aus den demokratisch regierten Städten Chicago, Los Angeles und Portland angekündigt. Dies geschehe, obwohl die Kriminalität "durch den Einsatz dieser großartigen Patrioten in diesen Städten" stark zurückgegangen sei, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Es sei nur "eine Frage der Zeit", wann die US-Regierung wieder eingreife - dann vielleicht in einer noch "stärkeren Form".

Textgröße ändern:

Ohne den von seiner Regierung beschlossenen Einsatz der Nationalgarde würde es Chicago, Los Angeles und Portland gar nicht mehr geben, behauptete Trump in seinem Silvester-Post. "Wir werden zurückkommen, vielleicht in einer anderen und stärkeren Form, wenn die Kriminalität wieder zunimmt", warnte der US-Präsident. Dies sei "nur eine Frage der Zeit".

Der Einsatz der Nationalgarde in einigen US-Städten ist Teil von Trumps hartem Kurs gegen illegal eingewanderte Menschen. Außer nach Chicago, Los Angeles und Portland hatte er im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit auch in die Hauptstadt Washington und nach Memphis im US-Bundesstaat Tennessee Nationalgardisten entsandt. Auch der kalifornischen Metropole San Francisco sowie Baltimore im Ostküsten-Bundesstaat Maryland hatte er mit diesem Schritt gedroht.

Vergangene Woche erlitt der Präsident mit seinem Kurs eine Niederlage vor dem Obersten US-Gericht. Der Supreme Court blockierte die Entsendung nach Chicago, nachdem die demokratisch regierte Stadt dagegen geklagt hatte.

Trump hatte die Entsendung der Nationalgarde mit der angeblich ausufernden Gewalt in Chicago und einer "Rebellion" gegen die Regierung begründet. Damit spielte der Präsident auf teils gewalttätige Proteste gegen die von ihm veranlassten Massenabschiebungen an.

Wegen Gerichtsentscheidungen gegen die Entsendungen hatte die US-Regierung in den vergangenen Wochen bereits die Nationalgarde-Kontingente in Chicago sowie in Los Angeles und Portland verringert. So waren zuletzt nur noch rund 300 Nationalgardisten in Chicago im Einsatz. In Los Angeles, wo Trump seine Ensendungen im Juni mit 4000 Nationalgardisten begonnen hatte, waren es zuletzt nur noch etwa hundert.

Zu dem nun verkündeten vollständigen Abzug der Nationalgarde aus den drei Metropolen erklärte der Gouverneur des Bundesstaates Illinois, zu dem Chicago gehört, Illinois sei mit seiner Klage gegen Trumps Versuch, "amerikanischen Städte mit der Nationalgarde zu militarisieren", erfolgreich gewesen. "Jetzt ist Trump gezwungen nachzugeben", fügte JB Pritzker im Onlinedienst X hinzu.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom erklärte mit Blick auf Los Angeles, das Nachgeben von Trump bedeute, "dass diese illegale Einschüchterungstaktik endlich ein Ende hat". Den Einsatz der Nationalgarde in Portland im Bundesstaat Oregon hatte eine Bundesrichterin bereits Anfang November für rechtswidrig erklärt.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Syriens Ex-Machthaber Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt

In Syrien hat ein Gericht den früheren Machthaber Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Richter begründeten ihr Urteil am Dienstag mit "Kriegsverbrechen" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" Assads nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011. Es handelt sich um das erste Urteil gegen Assad, der im Dezember 2024 von islamistischen Kämpfern gestürzt wurde und ins Exil in die russische Hauptstadt Moskau floh.

Hitze und Dürre: Neuer Höchststand bei Ausfällen in französischen Akw

Hitze und Trockenheit setzen der Atomstromproduktion in Frankreich zu: Für den Kraftwerkspark des Betreibers EDF wurde am Sonntagnachmittag ein neuer Höchststand bei den Ausfällen verzeichnet, wie aus Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP zu den seit 2015 veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Ausfallquote erreichte 15,6 Prozent - noch nie zuvor fehlte in Frankreich so viel Kernkraftleistung aufgrund steigender Temperaturen der Flüsse und sinkender Durchflussmengen.

Zahl der Opfer nach schwerem Erdbeben in Kolumbien auf mindestens 132 gestiegen

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. Mindestens 132 Menschen seien bei dem Beben ums Leben gekommen, erklärte am Dienstag Asocapitales, eine Vereinigung zur Koordination von Maßnahmen in den wichtigsten Städten des südamerikanischen Landes. Zudem seien mehr als 570 Verletzte gemeldet worden. Derweil suchten Retter fieberhaft weiter nach Überlebenden.

Kolumbien von stärkstem Beben seit einem Jahrzehnt erschüttert - Mehr als hundert Tote

Kolumbien ist vom stärksten Erdbeben seit einem Jahrzehnt erschüttert worden - mehr als hundert Menschen wurden getötet. Rettungskräfte und freiwillige Helfer suchten am Montagabend (Ortszeit) teils mit bloßen Händen nach Überlebenden. Der neue Präsident Abelardo de la Espriella sprach von tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern und rief den Katastrophenfall aus. Die USA kündigten Hilfe im Umfang von 15,5 Millionen Dollar (13,4 Millionen Euro) an.

Textgröße ändern: