Deutsche Tageszeitung - Innenministerium warnt nach Berliner Brandanschlag vor weiteren Taten

Innenministerium warnt nach Berliner Brandanschlag vor weiteren Taten


Innenministerium warnt nach Berliner Brandanschlag vor weiteren Taten
Innenministerium warnt nach Berliner Brandanschlag vor weiteren Taten / Foto: © AFP

Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz hat das Bundesinnenministerium vor weiteren derartigen Taten gewarnt. Das Ministerium beobachte "vermehrt Angriffe gegen kritische Infrastrukturen", sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin. "Insbesondere Brandstiftungen gehören generell zum Repertoire der linksextremistischen Szene", fügte sie hinzu. "Wir sehen auch, dass zuletzt die Qualität der Angriffe angestiegen ist und sich eben auch gegen Einrichtungen der Stromversorgung richtet."

Textgröße ändern:

Das Bundesamt für Verfassungsschutz prüfe das Bekennerschreiben derzeit auf seine Authentizität, sagte die Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Eine "linksextremistische Motivation" sei aber angesichts ähnlicher Taten in der Vergangenheit "naheliegend".

Der Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal und der darauffolgende Stromausfall für zehntausende Haushalte in Berlin war nach Erkenntnissen der Berliner Behörden durch Brandsätze verursacht worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach geht der Anschlag auf das Konto von Linksextremisten, laut Polizei liegt ein Bekennerschreiben einer Organisation namens Vulkangruppe vor.

Die Bundeswehr unterstützt die Berliner Behörden nach Angaben vom Montag bei der Notfallversorgung der vom Stromausfall betroffenen Stadtteile mit Energie. Die Truppe komme damit einer offiziellen Bitte des Landes Berlin nach, die am Montag eingegangen sei, sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums. "Dabei steht insbesondere die Versorgung von Pflegeeinrichtungen im Fokus", fügte sie hinzu.

Die Berliner Behörden hätten um die Bereitstellung eines Tankfahrzeugs, von Dieselkraftstoff, Notstromaggregaten und Personal dafür gebeten, sagte die Ministeriumssprecherin. "Dieser Antrag liegt vor, und mit diesem Umfang werden wir dann auch unterstützen." Die Bundeswehr halte sich auch bereit, notfalls die Unterstützung noch auszubauen.

Das Technische Hilfswerk war nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit 120 Helferinnen und Helfern im Einsatz. Diese engagierten sich in den Bereichen Versorgung, Notinstandsetzung und Elektroversorgung und unterhielten neun Notruf-Annahmestellen in den betroffenen Stadtvierteln, sagte die Ministeriumssprecherin. "Dort kann die betroffene Bevölkerung Notrufe absetzen, aber auch Hilfe und Informationen bekommen."

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

15 Tote nach Zusammenstoß von Migrantenboot mit griechischer Küstenwache

Beim Zusammenstoß eines Migrantenbootes mit einem Boot der griechischen Küstenwache sind vor der griechischen Insel Chios im Mittelmeer mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. 14 Flüchtlinge wurden tot aus dem Meer geborgen - eine Frau erlag später ihren Verletzungen, wie die griechische Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Der Vorfall ereignete sich am frühen Dienstagmorgen vor der Insel Chios unweit der Türkei in der Ägais.

Bahnmitarbeiter in Hamburg angegriffen und verletzt

In einem Bahnhof in Hamburg ist ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn angegriffen und verletzt worden. Ein 43-Jähriger gilt als tatverdächtig, wie die Bundespolizeiinspektion der Hansestadt am Mittwoch mitteilte. Demnach soll er am Dienstagnachmittag die Aufsicht am Bahnsteig im Bahnhof Dammtor mit Faustschlägen gegen den Kopf und den Oberkörper attackiert haben.

Vergewaltigungs-Prozess: Mette-Marits Sohn gesteht unter Tränen Leben im Exzess

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit in Norwegen ist Marius Borg Hoiby bei seiner ersten Aussage vor Gericht in Tränen ausgebrochen. Er habe ein Leben im Exzess mit "viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol" geführt, sagte der 29-Jährige am Mittwoch in Oslo. Grund dafür sei sein "extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung".

Tod von Schaffner: Dobrindt fordert höhere Strafen für Angriffe auf Bahnpersonal

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter höhere Strafen für solche Angriffe gefordert. "Der strafrechtliche Schutz für Mitarbeiter bei Dienstleistungsunternehmen wie der Bahn muss deutlich verschärft werden", erklärte Dobrindt am Mittwoch. "Der Strafrahmen muss ausgeweitet und die Mindeststrafen für Angriffe deutlich erhöht werden." Die steigende Gewalt gegenüber Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes und Dienstleistern wie der Bahn brauche "entschiedene Konsequenzen".

Textgröße ändern: