Deutsche Tageszeitung - New Yorker Star-Anwalt Barry Pollack verteidigt Maduro vor Gericht

New Yorker Star-Anwalt Barry Pollack verteidigt Maduro vor Gericht


New Yorker Star-Anwalt Barry Pollack verteidigt Maduro vor Gericht
New Yorker Star-Anwalt Barry Pollack verteidigt Maduro vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Die Verteidigung des von den USA entmachteten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat der New Yorker Star-Anwalt Barry Pollack übernommen. Der 61-jährige Jurist gilt als äußerst erfahren im Umgang mit prominenten Fällen. Unter anderem war er als Anwalt von Wikileaks-Gründer Julian Assange tätig und erwirkte 2024 dessen Freilassung. Einen ersten Vorgeschmack auf seine Verteidigungsstrategie lieferte er am Montag bei Maduros erster Anhörung vor Gericht in New York: Pollack stellte "die Rechtmäßigkeit seiner Entführung" durch das US-Militär in Frage.

Textgröße ändern:

Für Assange handelte Pollack damals einen Deal mit dem US-Justizministerium aus: Assange bekannte sich der Weitergabe von Militärgeheimnissen schuldig und wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, die er bereits abgesessen hatte. Dadurch durfte der Wikileaks-Gründer nach Jahren der Haft in Großbritannien in seine Heimat Australien zurückkehren und entging so einer Auslieferung an die USA.

In einem anderen vielbeachteten Fall erreichte Pollock 2006 den Freispruch für einen Ex-Manager des Energiekonzerns Enron, der wegen Betrugs in Millionenhöhe angeklagt war. In einem weiteren Verfahren gelang es ihm, einen zu Unrecht des Mordes an seinen Eltern verurteilten Mandanten freizubekommen, der 17 Jahre im Gefängnis verbracht hatte.

Das Anwaltsfirmen-Handbuch Chambers USA beschreibt Pollack als "gründlichen und tiefgründigen Anwalt", der "für Gerichtsverfahren lebt, atmet und schläft und vor Geschworenen-Jurys eine ausgesprochen natürliche Ausstrahlung hat".

Venezuelas Generalstaatsanwalt Tarek William Saab forderte am Dienstag, das New Yorker Gericht, wo die Anklage gegen Maduro wegen "Drogenterrorismus" unter dem Vorsitz von Richter Alvin Hellerstein verhandelt wird, für nicht zuständig zu erklären. Maduro sei der Staatschef einer "souveränen Nation", erklärte Saab. Somit sei das Gericht "nicht zuständig". Richter Hellerstein solle dies anerkennen und damit "das Völkerrecht achten".

Das US-Militär hatte Maduro und dessen Frau am Samstag in Caracas gefangen genommen und in die USA gebracht. Er wird beschuldigt, sich mit von Washington als "terroristisch" eingestuften Guerillagruppen sowie mit Drogenkartellen verbündet zu haben, um "Tonnen von Kokain in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln".

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Israelisches Parlament billigt Gesetz zur Todesstrafe für verurteilte "Terroristen" 

Das israelische Parlament hat ein umstrittenes Gesetz zur Todesstrafe für verurteilte "Terroristen" gebilligt. Bei der dritten und abschließenden Lesung stimmten am Montag 62 Knesset-Abgeordnete für das von der rechtsextremen Koalitionspartei Otzma Jehudit eingebrachte Vorhaben, darunter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, 48 sprachen sich dagegen aus. Das Gesetz sieht die Einführung der Todesstrafe für palästinensische Straftäter vor, die Israelis aus "terroristischen" Motiven töten - nicht aber für Israelis, die einen Palästinenser töten.

Merz dringt bei Antrittsbesuch von syrischem Präsidenten auf Flüchtlingsrückkehr

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Antrittsbesuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin auf eine beschleunigte Rückkehr syrischer Flüchtlinge gedrungen. In den nächsten drei Jahren sollten "rund 80 Prozent" der derzeit in Deutschland lebenden Syrer in ihr Heimatland zurückkehren, sagte Merz am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit al-Scharaa im Kanzleramt. "Wir arbeiten gemeinsam daran, dass Syrerinnen und Syrer aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren können."

Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz bei Papst Leo XIV.

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, ist am Montag zum Antrittsbesuch im Vatikan von Papst Leo XIV. empfangen worden. Zentrales Thema des Gesprächs war die Verkündigung des Evangeliums und die Situation der Kirche in Deutschland, wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Bischof Wilmer habe dem Heiligen Vater zudem für das Vertrauen angesichts seiner Berufung als Bischof von Münster gedankt.

Syrischer Übergangspräsident al-Scharaa von Merz im Kanzleramt empfangen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa bei dessen Antrittsbesuch in Berlin empfangen. Merz begrüßte al-Scharaa am Montag am Bundeskanzleramt mit einem Handschlag. Geplant waren unter anderem ein Vier-Augen-Gespräch und ein Mittagessen. Im Anschluss (gegen 14.00 Uhr) wollen Merz und al-Scharaa gemeinsam vor die Presse treten.

Textgröße ändern: