Deutsche Tageszeitung - Anschläge auf kritische Infrastruktur: Innenminister will Nachrichtendienste stärken

Anschläge auf kritische Infrastruktur: Innenminister will Nachrichtendienste stärken


Anschläge auf kritische Infrastruktur: Innenminister will Nachrichtendienste stärken
Anschläge auf kritische Infrastruktur: Innenminister will Nachrichtendienste stärken / Foto: © AFP

Nach dem mutmaßlich von Linksextremisten verübten Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Geheimdienste stärken. Es gehe um ein Maßnahmenpaket mit dem Ziel "mehr Personal, mehr digitale Befugnisse und härtere Infrastrukturschutzgesetze", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Nachrichtendienste sollten mehr Mitarbeiter bekommen und die digitale Beobachtung der linken Szene verstärken.

Textgröße ändern:

Die Behörden überließen "Linksextremisten und Klimaextremisten nicht das Feld", sagte der Innenminister weiter. Eine zweite Säule des Pakets soll demnach das sogenannte Kritis-Dachgesetz sein. Es soll Betreiber von Strom- und Telekommunikationsnetzen und andere Anlagen zu strengeren Sicherheitskonzepten und Notfallplänen verpflichten. Kritis ist die offiziell gebräuchliche Abkürzung für kritische Infrastrukturen.

In Berlin war vor etwa einer Woche ein Brandanschlag auf wichtige Kabel an einem Kraftwerk verübt worden, der die Stromversorgung zehntausender Haushalte im Südwesten der Hauptstadt unterbrach. Es dauerte Tage, bis die Stromversorgung wieder stabil war. Betroffen waren auch Krankenhäuser und Pflegeheime, Schulen und Läden blieben geschlossen. Nach Behördenangaben geht der Anschlag mutmaßlich auf das Konto von Linksextremisten. Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppen liegen vor und werden als echt eingestuft.

Zunehmende Sorgen bereiten auch mögliche Sabotageakte vor dem Hintergrund der extrem angespannten sicherheitspolitischen Lage seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor bald vier Jahren. Behörden und Experten warnen vor russischen Destabilisierungs- und Desinformationsstrategien im Rahmen eines sogenannten hybriden Kriegs.

Einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge taxiert der Verfassungsschutz den jährlichen Schaden durch linksextremistische Anschläge auf Firmen und wichtige Infrastruktureinrichtungen auf eine Summe "in mehrstelliger Millionenhöhe". Das geht demnach aus einer Analyse des Bundesamts für Verfassungsschutz hervor. Aufgeführt wird etwa auch ein Brandanschlag auf Kabelverbindungen an einem Stellwerk bei Düsseldorf, der zu massiven Störungen im Zugverkehr führte.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Mann in Minneapolis von US-Bundespolizisten erschossen

Beim höchst umstrittenen Abschiebe-Einsatz in der US-Großstadt Minneapolis haben Bundespolizisten erneut einen Menschen erschossen. Das US-Heimatschutzministerium erklärte am Samstag, ein Beamter des Grenzschutzes habe "Abwehrschüsse" auf einen bewaffneten Mann abgegeben. Dieser habe sich den Polizisten zuvor mit einer Pistole genähert. Als die Beamten ihn hätten entwaffnen wollen, habe der Mann sich "gewaltsam widersetzt".

Erneute Schüsse durch US-Bundespolizisten in Minneapolis

Beim rabiaten Vorgehen von US-Bundespolizisten im Zuge der Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump in der Großstadt Minneapolis sind erneut Schüsse gefallen. Der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, der Demokrat Tim Walz, schrieb am Samstag im Kurzbotschaftendienst X, es habe einen erneuten "furchtbaren" Schusswaffenvorfall durch Bundespolizisten gegeben. "Minnesota hat die Nase voll", schrieb Walz weiter. "Das ist widerlich."

Hubig will Aufnahmen durch Voyeure in Sauna und Spa unter Strafe stellen

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will das Fotografieren und Filmen durch Voyeure in öffentlichen Saunen und Spas verbieten. Es gebe da durchaus "eine Schutzlücke", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Sie kündigte an, "zeitgemäße strafrechtliche Regeln gegen digitalen Voyeurismus zu schaffen". Rückendeckung erhielt sie von ihrer Kabinettskollegin, Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU), sowie von der Gruppe der Frauen der Unionsfraktion.

Bundesanwaltschaft: Erneut mutmaßliches Hamas-Mitglied bei Einreise festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat erneut ein mutmaßliches Hamas-Mitglied wegen des Vorwurfs der Waffenbeschaffung für Anschläge in Deutschland und Europa festnehmen lassen. Wie die Karlsruher Behörde am Samstag mitteilte, wurde der im Libanon geborene Mohammad S. am Freitagabend auf Grund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs am Berliner Flughafen BER festgenommen. Er sollte noch am Samstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über Untersuchungshaft entscheidet.

Textgröße ändern: