Deutsche Tageszeitung - Angriffe auf Neonazis in Budapest: Weiterer Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten

Angriffe auf Neonazis in Budapest: Weiterer Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten


Angriffe auf Neonazis in Budapest: Weiterer Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten
Angriffe auf Neonazis in Budapest: Weiterer Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten / Foto: © AFP/Archiv

Wegen mutmaßlicher Angriffe auf Neonazis und andere Vertreter der rechtsextremen Szene müssen sich sechs mutmaßliche Linksextremisten seit Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten. Laut Anklageschrift der Bundesanwaltschaft sollen sich die Beschuldigten etwa an Attacken auf Geschäfte mit rechter Szenekleidung im thüringischen Erfurt 2022 sowie an Angriffen auf mutmaßliche Teilnehmer eines Neonaziaufmarsches in der ungarischen Hauptstadt Budapest im Februar 2023 beteiligt haben.

Textgröße ändern:

Zum Verfahrensauftakt wurde nach Angaben einer Gerichtssprecherin die Anklage verlesen. Den vier Frauen und zwei Männern werden unter anderem versuchter Mord sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Bei den Attacken auf mutmaßliche Teilnehmer des jährlichen Neonazimarsches in Budapest wurden laut Anklage auch ein Hammer sowie Schlagstöcke etwa für Schläge gegen den Kopfbereich eingesetzt. Demnach sollen die Beschuldigten tödliche Verletzungen in Kauf genommen haben.

Das Verfahren steht im Zusammenhang mit weiteren ähnlichen Verfahren vor deutschen Gerichten. Der Bundesanwaltschaft zufolge sollen die sechs Angeklagten zu einer unter anderem von der bereits rechtskräftig verurteilten Lina E. geführten militanten Gruppierung gehört haben, die sich spätestens Ende 2017 im Raum Leipzig formierte. Sieben weitere mutmaßliche Mitglieder stehen seit November in Dresden vor Gericht, auch dort geht es unter anderem um versuchte Morde in Budapest 2023.

Im Sommer 2024 lieferte die deutsche Justiz zudem die nicht-binäre Maja T. nach Ungarn aus, wo sie wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Angriffen auf Teilnehmer des rechtsextremistischen sogenannten "Tags der Ehre" 2023 vor Gericht gestellt wurde. Der Komplex um die Taten des Netzwerks um E. und andere werden teils unter der Bezeichnung "Hammerbande" zusammengefasst, auch der Begriff "Antifa-Ost" ist gebräuchlich. Laut Behörden handelt es sich um eine lockere Struktur.

Die Beschuldigten in dem Düsseldorfer Verfahren, von denen vier während des Tatzeitraums noch als Heranwachsende galten, wurden im Januar und März vergangenen Jahres festgenommen. Alle sechs sitzen seither in Untersuchungshaft. Für das Staatsschutzverfahren sind bereits mehr als 70 Hauptverhandlungstermine bis Mitte Januar 2027 angesetzt.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Kleinflugzeug in Baden-Württemberg abgestürzt: Zwei Tote

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges sind in Baden-Württemberg zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte nach Angaben einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn am Sonntag in nahe eines kleinen Flugplatzes gelegene Weinberge bei Gundelsheim und ging in Flammen auf.

"Ein Held für die ganze Welt": Netanjahu lädt Piloten des Flydubai-Flugs zu Nationalfeiertag ein

"Sie sind ein Held für die ganze Welt": Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den indischen Piloten der Flydubai-Maschine für seine Rolle bei der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags gerühmt. Auch trug er dem Piloten des vorwiegend mit israelischen Passagieren besetzten Flugzeugs eine außergewöhnliche Ehre an: Smit Machchhar solle im kommenden Mai die Fackel zum israelischen Nationalfeiertag entzünden, sagte Netanjahu in einem am Samstag veröffentlichten Video.

Sachsen-Anhalt: Mann klettert über Balkone und stürzt in den Tod

In Sachsen-Anhalt ist ein Mann beim Versuch, über Balkone zu klettern, in den Tod gestürzt. Der 26-Jährige fiel in der Nacht zum Sonntag aus dem dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in Halle an der Saale auf die Straße, wie die Polizei mitteilte. Er erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Angriff auf homosexuelles Paar in Bremen: Ein Mann verletzt

Am Rande der Feierlichkeiten zum Einheitstag in Bremen ist es zu einem Angriff auf ein homosexuelles Paar gekommen. Zwei 29 und 33 Jahre alte Männer wurden am Samstagabend aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt und geschlagen, wie die Polizei in Bremen am Sonntag mitteilte.

Textgröße ändern: