Deutsche Tageszeitung - Sabotagepläne: Anklage gegen mutmaßliche ukrainische Spione für Russland erhoben

Sabotagepläne: Anklage gegen mutmaßliche ukrainische Spione für Russland erhoben


Sabotagepläne: Anklage gegen mutmaßliche ukrainische Spione für Russland erhoben

Sie sollen geplant haben, Pakete mit Sprengsätzen zu verschicken: Acht Monate nach der Festnahme von drei Ukrainern hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe nach Angaben vom Dienstag zwei von ihnen wegen Spionage angeklagt. Daniil B. und Vladyslav T. sollen in russischem Auftrag gehandelt haben.

Textgröße ändern:

Ein russischer Geheimdienst habe ihnen sowie einem dritten Mann, Yevhen B., den Auftrag über Mittelsmänner in Mariupol erteilt. In die Hafenstadt im Südosten der Ukraine war die russische Armee in den ersten Monaten ihres Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 einmarschiert.

Die Angeschuldigten sollen Sabotageplänen zugestimmt haben. Sie hätten zugesagt, Pakete mit Sprengsätzen aufzugeben. Diese hätten sich in Deutschland oder auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine entzünden sollen. So sollte möglichst großer Schaden entstehen, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen, wie die Bundesanwaltschaft ausführte.

Schon Ende März 2025 hätten die Männer von Köln aus zwei Testpakete mit aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine geschickt, um Versandrouten und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister auszuforschen. Durch diese Pakete kamen Polizei und Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen T. auf die Schliche, wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) nach der Festnahme der Tatverdächtigen im Mai sagte. Dann habe die Bundesanwaltschaft übernommen.

T. und Daniil B. wurden am 9. und 10. Mai 2025 in Köln und im baden-württembergischen Konstanz festgenommen und kamen in Untersuchungshaft. Yevhen B. wurde einige Tage später im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen und kurz vor Weihnachten ausgeliefert, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Gegen ihn solle ebenfalls "zeitnah" Anklage erhoben werden.

T. und Daniil B. wirft die Anklagebehörde geheimdienstliche Agententätigkeit, Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und Verabredung zur schweren Brandstiftung vor. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die beiden Männer entscheidet nun das Oberlandesgericht Stuttgart. Die Bundesanwaltschaft erhob schon Ende Dezember Anklage vor dem dortigen Staatsschutzsenat, wie sie nun mitteilte.

Es ist nicht der erste Fall von mutmaßlichen Sabotageplänen in russischem Auftrag. Ende Oktober wurde der Russlanddeutsche Dieter S. in München zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er dem Urteil zufolge für Russland in Deutschland Militärtransporte ausspioniert und die Sabotage von Bahnstrecken geplant hatte. Zwei von ihm demnach als Informanten genutzte andere Russlanddeutsche bekamen Bewährungsstrafen. Zu konkreten Sabotageakten kam es nicht, die Männer flogen vorher auf.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Merz dringt bei Antrittsbesuch von syrischem Präsidenten auf Flüchtlingsrückkehr

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Antrittsbesuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin auf eine beschleunigte Rückkehr syrischer Flüchtlinge gedrungen. In den nächsten drei Jahren sollten "rund 80 Prozent" der derzeit in Deutschland lebenden Syrer in ihr Heimatland zurückkehren, sagte Merz am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit al-Scharaa im Kanzleramt. "Wir arbeiten gemeinsam daran, dass Syrerinnen und Syrer aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren können."

Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz bei Papst Leo XIV.

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, ist am Montag zum Antrittsbesuch im Vatikan von Papst Leo XIV. empfangen worden. Zentrales Thema des Gesprächs war die Verkündigung des Evangeliums und die Situation der Kirche in Deutschland, wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Bischof Wilmer habe dem Heiligen Vater zudem für das Vertrauen angesichts seiner Berufung als Bischof von Münster gedankt.

Syrischer Übergangspräsident al-Scharaa von Merz im Kanzleramt empfangen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa bei dessen Antrittsbesuch in Berlin empfangen. Merz begrüßte al-Scharaa am Montag am Bundeskanzleramt mit einem Handschlag. Geplant waren unter anderem ein Vier-Augen-Gespräch und ein Mittagessen. Im Anschluss (gegen 14.00 Uhr) wollen Merz und al-Scharaa gemeinsam vor die Presse treten.

Organisationen: Deutschland muss Unterstützung für Syrien an Bedingungen knüpfen

Zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Bundesregierung aufgefordert, eine Unterstützung für die syrische Übergangsregierung an konkrete Bedingungen zu knüpfen. Die Einladung des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa durch Kanzler Friedrich Merz (CDU), sei "grundsätzlich richtig", sagte am Montag in Berlin die Geschäftsführerin der deutsch-syrischen Menschenrechtsorganisation Adopt a Revolution Farhad Ahma, Sophie Bischoff. Es gehe nicht darum, ob Deutschland mit der neuen Führung in Damaskus spreche, sondern darum, dass jegliche Unterstützung "an ganz klare Bedingungen geknüpft sein sollte".

Textgröße ändern: