Deutsche Tageszeitung - Vorwurf des Stimmenkaufs: Durchsuchung bei Ex-Regierungschefin Timoschenko wegen Korruptionsverdachts

Vorwurf des Stimmenkaufs: Durchsuchung bei Ex-Regierungschefin Timoschenko wegen Korruptionsverdachts


Vorwurf des Stimmenkaufs: Durchsuchung bei Ex-Regierungschefin Timoschenko wegen Korruptionsverdachts
Vorwurf des Stimmenkaufs: Durchsuchung bei Ex-Regierungschefin Timoschenko wegen Korruptionsverdachts / Foto: © AFP/Archiv

Die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko steht wegen des Vorwurfs des Stimmenkaufs unter Korruptionsverdacht. Ermittler des Antikorruptionsbüros (Nabu) hätten die ganze Nacht lang das Büro ihrer Partei Batkiwschtschina (auf Deutsch: Vaterland) in Kiew durchsucht, teilte Timoschenko am Mittwoch im Onlinenetzwerk Facebook mit. Den Korruptionsverdacht wegen angeblichen Stimmenkaufs von Abgeordneten wies die frühere Regierungschefin "kategorisch" als "absurd" zurück. Die Razzia bezeichnete sie als "PR-Gag" und "politisch motivierten Angriff".

Textgröße ändern:

Mehr als 30 schwerbewaffnete Männer hätten ohne sich auszuweisen das Gebäude gestürmt, erklärte Timoschenko. Sie hätten ihre Arbeitstelefone, Papiere sowie persönlichen Finanzunterlagen mitgenommen.

Das Nabu beschuldigte ihrerseits am Mittwoch eine namentlich nicht genannte Parteichefin, Abgeordneten "unrechtmäßige Vorteile" im Austausch für ihre Stimmen im Parlament angeboten zu haben. Die Behörde erklärte, dass eine Voruntersuchung im Gange sei. Im Fall einer Verurteilung stehen darauf bis zu zehn Jahre Haft.

In einem vom Nabu veröffentlichen Video sind Beamte zu sehen, die in einem Büro mit US-Dollar gefüllte Umschläge öffnen. Sie stehen in der Aufnahme vor einer blonden Frau mit dem für Timoschenko auf typische Weise geflochtenen Zopf, deren Gesicht unerkenntlich gemacht worden war.

Timoschenko wurde als im Westen umjubelte Galionsfigur der sogenannten orangenen Revolution im Jahr 2004 bekannt. Zwischen 2005 und 2010 war sie in zwei Amtsperioden insgesamt rund vier Jahre lang Ministerpräsidentin. 2011 wurde sie wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit einem umstrittenen Gasgeschäft mit Russland zu sieben Jahren Haft verurteilt. 2014 wurde sie im Zuge des Umsturzes in der Ukraine freigelassen.

Bei der Präsidentschaftswahl 2019 trat sie gegen Wolodymyr Selenskyj an. In den vergangenen Jahren geriet sie mehrfach mit ihm aneinander. Zuletzt wurde die Ukraine von einem umfassenden Korruptionsskandal in Selenskyjs Umfeld erschüttert.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Neuer Waldbrand in Südfrankreich: Mehr als 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Mehr als 200 Feuerwehrleute haben am Sonntag in Südfrankreich gegen einen sich schnell ausbreitenden Waldbrand gekämpft. Wie die Feuerwehr im Département Lozère mitteilte, war das Feuer gegen Mittag im Gemeindegebiet von Massegros-Causses-Gorges etwa 140 Kilometer nordwestlich von Montpellier ausgebrochen. Bis zum frühen Abend hatte es eine Fläche von mehr als 100 Hektar erfasst. Zwei Dörfer wurden vorsorglich evakuiert.

Flugstreichungen und Evakuierungen: Taifun "Dolphin" in Ostchina auf Land getroffen

Mit heftigem Wind ist der Taifun "Dolphin" im dicht besiedelten Osten Chinas auf Land getroffen. Am frühen Sonntagabend (Ortszeit) bewegte sich das Zentrum des Wirbelsturms bei höchster Warnstufe über die Küstenregion der Provinz Zhejiang, wie Chinas Nationales Meteorologisches Zentrum mitteilte. Im Vorfeld waren fast 2000 Flüge in der Region gestrichen worden, zehntausende Menschen wurden evakuiert. In Japan wurden sieben Menschen verletzt.

Verdacht auf illegales Rennen: Zwei Tote nach Motorrad-Unfall in Köln

Mutmaßlich bei einem illegalen Rennen sind in Köln in der Nacht zu Sonntag ein Motorradfahrer und sein Beifahrer ums Leben gekommen. Der Fahrer eines zweiten Motorrads kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Polizei in der Domstadt mitteilte. Die Beamten leiteten Ermittlungen wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ein.

Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet

Der Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef Abelardo de la Espriella ist am Wochenende von Gewalt überschattet worden. Einen Tag nach der Vereidigung des rechten Hardliners wurden am Samstag an verschiedenen Orten des südamerikanischen Landes zwei Bombenanschläge verübt, wie die Armee mitteilte. Für einen der Anschläge machte das Militär abtrünnige Guerillakämpfer verantwortlich. De la Espriella verurteilte die Anschläge scharf. Zuvor hatte er seine Absicht bekräftigt, wieder für "Ordnung" zu sorgen.

Textgröße ändern: