Deutsche Tageszeitung - Bayerisches Justizopfer Manfred Genditzki bekommt 1,3 Millionen Euro

Bayerisches Justizopfer Manfred Genditzki bekommt 1,3 Millionen Euro


Bayerisches Justizopfer Manfred Genditzki bekommt 1,3 Millionen Euro
Bayerisches Justizopfer Manfred Genditzki bekommt 1,3 Millionen Euro / Foto: © AFP/Archiv

Der Freistaat Bayern hat sich im Fall des mehr als dreizehn Jahre unschuldig im Gefängnis sitzenden Justizopfers Manfred Genditzki mit dem Betroffenen auf eine Millionenentschädigung geeinigt. Genditzki erhalte unter Berücksichtigung von bereits geleisteten Zahlungen 1,31 Millionen Euro, teilte das bayerische Justizministerium am Mittwoch mit. Dies sei das Ergebnis eines Vergleichs, der mit dem früheren Hausmeister geschlossen wurde.

Textgröße ändern:

Bei der Gesamthöhe sei zu berücksichtigen, dass Genditzki diese teilweise versteuern müsse und auch Verbindlichkeiten - darunter seine Anwaltshonorare - zu begleichen habe, erklärte das Ministerium. Genditzki saß insgesamt 4915 Tage im Gefängnis.

Zur Zeit seiner Verurteilung galt noch für zu Unrecht erlittener Haft eine Entschädigung von 25 Euro pro Tag, dies wurde 2020 auf 75 Euro erhöht. Bei 75 Euro pro Tag hätten ihm knapp 369.000 Euro zugestanden. Das bayerische Justizministerium erklärte, es unterstütze eine Initiative für eine Erhöhung der Entschädigung auf 100 Euro pro zu Unrecht erlittenem Hafttag.

Genditzki war Hausmeister in einer Wohnanlage in Rottach-Eggern und betreute dort eine 87 Jahre alte Frau, die 2008 tot in ihrer Badewanne aufgefunden wurde. Er wurde 2009 und ein zweites Mal in einem Wiederaufnahmeverfahren 2012 wegen Mordes an der Frau verurteilt.

Neue Gutachten ergaben aber, dass die Frau aufgrund eines Unfalls beim händischen Waschen ihrer Wäsche in die Badewanne gefallen und ertrunken sein kann. Außerdem ergab sich aus den Gutachten ein anderer Todeszeitraum - für diesen hatte Genditzki, der stets seine Unschuld beteuert hatte, aber ein Alibi. 2023 wurde Genditzki schließlich rechtskräftig freigesprochen.

Nach Angaben des bayerischen Justizministeriums brachte die Aufarbeitung des Falls auch Auswirkungen auf die bayerische Justiz. So habe jede Staatsanwaltschaft seit 2024 ein Sonderdezernat für die Bearbeitung von Wiederaufnahmeanträgen. Dies bringe mehr Erfahrung und Expertise.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Sohn von Norwegens Kronprinzessin sagt erstmals in Vergewaltigungsprozess aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wird am Mittwoch die erste Vernehmung von Marius Borg Hoiby erwartet. Am Dienstag hatte der 29-Jährige zu Beginn seines Prozesses vor einem Gericht in Oslo die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Am Dienstag nun soll er erstmals ausführlicher zu den Vorwürfen befragt werden.

Angriff auf Neonazis in Ungarn: Urteil gegen Maja T. in Budapest erwartet

Wegen eines Angriffs auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest vor drei Jahren wird am Mittwoch das Urteil gegen die deutsche Person Maja T. erwartet. Die Sitzung in der ungarischen Hauptstadt soll um 10.30 Uhr beginnen. T. ist nicht-binär, fühlt sich also weder als Mann noch als Frau. Die Person war im Dezember 2023 in Berlin wegen des Vorwurfs der ungarischen Behörden festgenommen worden, sie habe im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren antifaschistischen Aktivisten Angehörige der rechtsextremen Szene in Budapest angegriffen.

Nahe Flugzeugträger: USA schießen iranische Drohne im Arabischen Meer ab

Die USA haben nach Pentagon-Angaben eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Die Drohne habe sich auf "aggressive" Weise dem Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" genähert, teilte ein Militärsprecher am Dienstag in Washington mit. Der Abschuss durch ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C sei zur "Selbstverteidigung" erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen.

Gemeinde Crans-Montana spendet über eine Million Euro für Opfer der Brandkatastrophe

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana spendet eine Million Schweizer Franken für die Opfer und Hinterbliebenen der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht. "Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann, aber wir hoffen, den von dieser Tragödie betroffenen Familien helfen und die Solidarität der Gemeinde Crans-Montana zum Ausdruck bringen zu können", erklärte am Dienstag Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Textgröße ändern: