Deutsche Tageszeitung - Viele Afghanen lehnen deutsches Geld für Aufnahmeverzicht ab

Viele Afghanen lehnen deutsches Geld für Aufnahmeverzicht ab


Viele Afghanen lehnen deutsches Geld für Aufnahmeverzicht ab
Viele Afghanen lehnen deutsches Geld für Aufnahmeverzicht ab / Foto: © AFP/Archiv

Die meisten der in Pakistan gestrandeten Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage haben das umstrittene Angebot der Bundesregierung abgelehnt, gegen Geld auf das Einhalten der Aufnahmezusage zu verzichten. Von rund 700 angeschriebenen Betroffenen hätten bis Jahresende nur 167 das Angebot angenommen - 357 lehnten es hingegen ab, die restlichen hätten sich noch nicht entschieden: Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Schahina Gambir hervor, aus der die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag berichtete.

Textgröße ändern:

Je nach Fall sollten mehrere Tausend Euro für den freiwilligen Ausstieg aus den Aufnahmeprogrammen gezahlt werden, die die Bundesregierung einstellen will. Mit Annahme des Geldes mussten die Betroffenen sicherstellen, dass sie auf die zugesagte Aufnahme in Deutschland verzichten.

Am Sonntag hatten Beamte der radikalislamischen Taliban-Regierung ein sogenanntes "Safe House" in Afghanistans Hauptstadt Kabul durchsucht, in dem 79 Menschen mit deutscher Aufnahmezusage untergebracht waren. Die Opposition mahnt nun ein Umdenken von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) an.

Sie dürften nach der Razzia "nicht weiter an ihrer Überzeugung festhalten, es bestünde kein politisches Interesse mehr, Menschen aus dem Überbrückungsprogramm oder von der Menschenrechtsliste aufzunehmen", sagte die Grünen-Abgeordnete Schahina Gambir der "Süddeutschen". Die Betroffenen befänden sich in akuter Lebensgefahr und müssten sofort aus Kabul ausgeflogen werden.

Die Bundesregierung hatte nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan im August 2021 Menschen Aufnahmezusagen erteilt, die in dem Land für die Bundeswehr oder andere Institutionen gearbeitet hatten. Zusagen gab es auch für Menschen, die aus anderen Gründen als besonders gefährdet eingestuft wurden - etwa Frauenrechtlerinnen oder Menschenrechtsaktivisten.

Nach dem Regierungswechsel in Berlin schränkte die neue Bundesregierung die Aufnahmen jedoch stark ein. Da zahlreiche Betroffene bereits von Afghanistan nach Pakistan geflüchtet waren, sitzen diese nun dort fest.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Ätna auf Sizilien ausgebrochen - Flugverkehr in Catania zeitweise eingeschränkt

Mitten in der Urlaubszeit ist der Vulkan Ätna auf Sizilien ausgebrochen. Der größte aktive Vulkan Europas stieß am Samstag eine riesige Wolke aus Rauch und Asche aus. Am nahegelegenen Flughafen Catania wurde der Flugverkehr eingeschränkt, alle Ankünfte wurden zeitweise gestrichen. Erst am späten Nachmittag durften wieder Flugzeuge landen.

Absturz von Ultraleichtflugzeug: 72-jähriger Pilot stirbt in Baden-Württemberg

Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeugs ist in Baden-Württemberg der 72-jährige Pilot ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Konstanz mitteilte, stürzte das Flugzeug am Samstagnachmittag in der Gemeinde Dunningen ab. Die Ursache war noch unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen versuchte der Pilot noch in der Luft einen Gesamtrettungsschirm zu öffnen, was allerdings misslang.

Aussetzung von Lkw-Fahrverbot: BUND kritisiert Maßnahme - Industrie begrüßt sie

Die Aussetzung des Fahrverbots für Lastwagen an Sonn- und Feiertagen in ersten Bundesländern hat für gemischte Reaktionen gesorgt. Die Umweltorganisation BUND kritisierte die Maßnahme am Samstag scharf: Es sei keine Lösung, wegen des Niedrigwassers in Flüssen "den Schiffstransport jetzt durch hunderte oder tausende Lkw-Fahrten zu ersetzen", sagte Verbandschef Olaf Bandt der "Rheinischen Post". Begrüßt wurde der Schritt dagegen vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Frankreich: Crémant-Lese in Burgund beginnt wegen Hitzewellen so früh wie nie

Wegen der extremen Hitze der vergangenen Wochen hat in Frankreichs berühmter Weinanbauregion Burgund die Weinlese sehr viel früher als sonst begonnen. In seiner fast 40-jährigen Tätigkeit als Winzer habe er noch nie eine so frühe Weinlese erlebt, sagte der Präsident der Produktionsvereinigung Cave de Lugny im Département Saône-et-Loire, Marc Sangoy, der Nachrichtenagentur AFP. "Die Rekorde fallen. Es geht schnell", sagte er.

Textgröße ändern: