Deutsche Tageszeitung - Mehr als 30 Millionen Euro Schaden durch Anlagebetrug: Anklagen in Bayern

Mehr als 30 Millionen Euro Schaden durch Anlagebetrug: Anklagen in Bayern


Mehr als 30 Millionen Euro Schaden durch Anlagebetrug: Anklagen in Bayern
Mehr als 30 Millionen Euro Schaden durch Anlagebetrug: Anklagen in Bayern / Foto: © AFP

Im Fall eines weltweit agierenden Betrugsnetzwerks sind in Bayern zwei weitere Männer angeklagt worden. Der 51-Jährige und der 41-Jährige waren im April von Israel nach Deutschland ausgeliefert worden, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag mitteilte. Dem älteren von ihnen wird vorgeworfen, einen Gesamtschaden von mehr als 30 Millionen Euro verursacht zu haben.

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In Bamberg ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern angesiedelt. Sie zerschlug schon 2021 zusammen mit Behörden in Georgien und Israel die Tätergruppe, die mehrere betrügerische Plattformen betrieb. Anlegern wurde vorgegaukelt, dass sie ihr Geld lukrativ anlegen könnten - in Wirklichkeit gab es aber weder eine Handelsplattform noch ein Kundenkonto.

Die betrogenen Kunden seien von Betrügern aus Callcentern in Israel, Georgien, Moldau und Armenien dazu gebracht worden. Viele Menschen verloren ihr gesamtes Investment, wie die Generalstaatsanwaltschaft schon nach den ersten Festnahmen 2021 ausführte. Auch in Deutschland seien viele betroffen.

In der Zwischenzeit wurden den Angaben nach in dem Komplex seit 2023 schon acht Männer und zwei Frauen von den Landgerichten Regensburg und Bamberg zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb Jahren sowie fünf Jahren und neun Monaten verurteilt.

Die beiden Männer, um die es nun geht, sollen der Führungsriege des Betrugsnetzwerks angehören. Der 51-jährige israelische Staatsbürger soll die Arbeitsabläufe im Sinn eines kriminellen Unternehmens professionalisiert haben, wie die Ermittler ausführten. Er habe Führungspositionen in den Callcentern besetzt und operative Entscheidungen für neue Plattformen getroffen.

Für sich selbst habe er mehr als 1,7 Millionen Euro behalten. Der insgesamt durch ihn verursachte Schaden solle mehr als 30,6 Millionen Euro betragen. Der Prozess gegen den 51-Jährigen beginnt Anfang Februar am Landgericht Bamberg, wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte.

Über die Anklage gegen den 41-Jährigen muss das Gericht demnach noch entscheiden. Der Israeli soll die sogenannte Rechtsabteilung der Gruppe geleitet haben. In der Funktion soll er den Aufbau des Firmenkonstrukts verantwortet haben, das aus unzähligen Scheinfirmen bestanden habe. Außerdem soll er Rechtsgutachten zur Vorlage bei Banken und Behörden erstellt haben.

Irgendwann sei er zum Miteigentümer aufgestiegen; insgesamt soll er mehr als drei Millionen Euro behalten haben. In Deutschland habe er einen Schaden von mehr als fünf Millionen Euro verursacht, erklärten die Ermittler. So hätten auf einer der Plattformen 99 Menschen aus Deutschland insgesamt mehr als zwei Millionen Euro verloren.

Beide Männer sitzen in Untersuchungshaft. Generalstaatsanwaltschaft und Polizei ermitteln in dem Komplex außerdem gegen weitere Tatverdächtige.

(P.Tomczyk--DTZ)

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