Deutsche Tageszeitung - Libanesischer Zentralbanker soll mit Geldwäsche deutsche Immobilien gekauft haben

Libanesischer Zentralbanker soll mit Geldwäsche deutsche Immobilien gekauft haben


Libanesischer Zentralbanker soll mit Geldwäsche deutsche Immobilien gekauft haben
Libanesischer Zentralbanker soll mit Geldwäsche deutsche Immobilien gekauft haben / Foto: © AFP/Archiv

Münchner Ermittler haben Luxus-Immobilien im Wert von 35 Millionen Euro beschlagnahmt, die der ehemalige Gouverneur der Zentralbank des Libanon mit Hilfe von Geldwäsche in Deutschland gekauft haben soll. Insgesamt soll der Mann zusammen mit seinem Bruder mehr als 330 Millionen US-Dollar (aktuell rund 276 Millionen Euro) beim libanesischen Staat veruntreut haben, wie die Staatsanwaltschaft München I am Donnerstag mitteilte.

Textgröße ändern:

Bei den beschlagnahmten Immobilien handelt es sich demnach um hochwertige Gewerbeimmobilien in München und Hamburg sowie um Gesellschaftsanteile an einer Immobiliengesellschaft in Düsseldorf. Über die Einziehung der Millionenwerte muss nun das Landgericht München I entscheiden.

Der Tatverdächtige war laut Staatsanwaltschaft 30 Jahre lang bis 31. Juli 2023 Gouverneur der libanesischen Zentralbank. Die Gelder soll er bei Geschäften der Zentralbank mit libanesischen Geschäftsbanken veruntreut haben. Anschließend sollen sie über eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands, Konten in der Schweiz, dem Libanon und Deutschland gewaschen und schließlich teilweise in Deutschland investiert worden sein.

Anders als die Beschlagnahme der Immobilien wird das strafrechtliche Verfahren gegen die Tatverdächtigen derzeit nicht weiter betrieben: Da wegen des unbekannten Aufenthaltorts das Hauptverfahren derzeit nicht möglich sei, sei das Ermittlungsverfahren vorläufig eingestellt worden.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Nahe Flugzeugträger: USA schießen iranische Drohne im Arabischen Meer ab

Die USA haben nach Pentagon-Angaben eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Die Drohne habe sich auf "aggressive" Weise dem Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" genähert, teilte ein Militärsprecher am Dienstag in Washington mit. Der Abschuss durch ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C sei zur "Selbstverteidigung" erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen.

Gemeinde Crans-Montana spendet über eine Million Euro für Opfer der Brandkatastrophe

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana spendet eine Million Schweizer Franken für die Opfer und Hinterbliebenen der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht. "Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann, aber wir hoffen, den von dieser Tragödie betroffenen Familien helfen und die Solidarität der Gemeinde Crans-Montana zum Ausdruck bringen zu können", erklärte am Dienstag Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Französische Justiz will X-Eigentümer Musk anhören - Durchsuchungen in Büros

Die französische Justiz weitet ihr Vorgehen gegen die Online-Plattform X aus: Die Behörden durchsuchten Büroräume des Unternehmens und wollen X-Eigentümer Elon Musk befragen. Musk sei für den 20. April in Paris zu einer "freiwilligen Anhörung" geladen, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris am Dienstag mit. Ärger dräut X auch in Großbritannien, wo die Datenschutzbehörde eine Untersuchung wegen KI-generierter Pornobilder anstieß.

Menschenrechtsgericht verurteilt Russland wegen Inhaftierung Nawalnys

Zwei Jahre nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in einem russischen Straflager hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Russland wegen "rechtswidriger Inhaftierung" und "unmenschlicher Behandlung" verurteilt. Die Straßburger Richter verurteilten Russland am Dienstag zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 26.000 Euro, was voraussichtlich keine Folgen haben wird, da Russland Entscheidungen des Gerichts ignoriert.

Textgröße ändern: