Deutsche Tageszeitung - Iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi zu sechs Jahren Haft verurteilt

Iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi zu sechs Jahren Haft verurteilt


Iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi zu sechs Jahren Haft verurteilt
Iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi zu sechs Jahren Haft verurteilt / Foto: © NARGES MOHAMMADI FOUNDATION/AFP/Archiv

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Anwalts zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht habe sie wegen "Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten" zu der Haftstrafe verurteilt, teilte der Anwalt Mostafa Nili am Sonntag mit. Es habe außerdem ein zweijähriges Ausreiseverbot gegen Mohammadi verhängt.

Textgröße ändern:

Mohammadi wurde nach Angaben ihres Anwalts außerdem wegen Propaganda-Tätigkeiten zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt und soll für zwei Jahre in die Stadt Chosf in der ostiranischen Provinz Süd-Chorasan verbannt werden. Nach iranischem Recht werden mehrere Einzelstrafen nicht zu einer Gesamtstrafe addiert, sondern gleichzeitig vollstreckt.

Nili äußerte die Hoffnung, dass Mohammadi aufgrund gesundheitlicher Probleme vorübergehend "gegen Kaution freigelassen werden könnte, um sich behandeln zu lassen". Das Urteil sei zudem noch nicht rechtskräftig und könne noch angefochten werden.Die 53-jährige Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. 2023 wurde sie für ihren Einsatz für Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder entgegen.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Bärte nicht lang genug: Taliban-Sittenpolizei nimmt afghanische Hilfskräfte fest

Die Sittenpolizei der Taliban-Regierung in Afghanistan hat nach Angaben aus Kreisen von Hilfsorganisationen rund 20 Helfer festgenommen, weil deren Bärte nicht lang genug waren. Sie seien am Samstag in der Nähe eines Grenzübergangs zum Iran für Organisationen tätig gewesen, die mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiteten, hieß es in internen Erklärungen, die am Montag von zwei Hilfskräften an die Nachrichtenagentur AFP weitergegeben wurden.

Mann spendet an Dschihadistenmiliz IS: 5500 Euro Geldstrafe in Hamburg

Wegen Spenden an die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist ein 33-Jähriger in Hamburg zu einer Geldstrafe von 5500 Euro verurteilt worden. Das Oberlandesgericht in der Hansestadt sprach ihn nach Angaben eines Gerichtssprechers wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Sanktionsverstößen schuldig. Laut Anklage hatte er der islamistischen Miliz über Mittelsmänner 220 Euro zukommen lassen.

Mutmaßlich Raketen für Hisbollah gewartet: Prozess in Niedersachsen begonnen

Vor dem Oberlandesgericht im niedersächsischen Celle hat am Montag ein Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der radikalislamischen Hisbollah-Miliz begonnen. Das teilte ein Gerichtssprecherin mit. Der 51-Jährige soll laut Anklage mehrere Jahre lang im Libanon und in Syrien als Elektrotechniker an der Wartung von Raketen und Raketenabwehrsystemen der Miliz gearbeitet haben. Ihm wird Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Diese kämpft gegen Israel.

Mutmaßliche Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal bei Detmold: Staatsschutz ermittelt

Am Hermannsdenkmal bei Detmold in Nordrhein-Westfalen haben mutmaßliche Rechtsextreme einen mehrstündigen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein 21-jähriger Aktivist besetzte das Denkmal am Sonntag über mehrere Stunden, wie die örtliche Polizei mitteilte. Mehrere Vermummte hatten sich zuvor Zutritt zu dem Denkmal verschafft. Nach Einschätzung der Ermittler sind diese der Identitären Bewegung zuzurechnen. Die Vermummten zündeten demnach Pyrotechnik und entrollten Banner.

Textgröße ändern: