Deutsche Tageszeitung - Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada

Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada


Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada
Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada / Foto: © AFP/Archiv

Im Westen Kanadas sind bei einem Schusswaffenvorfall an einer Schule und einem Wohngebäude nach Angaben der Polizei neun Menschen getötet worden. An der höheren Schule in der abgelegenen Gemeinde Tumbler Ridge wurden sieben Menschen tödlich verletzt, zwei weitere Menschen wurden tot in einem Wohngebäude aufgefunden, wie die kanadische Polizei am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Auch der tutmaßliche Täter sei tot, hieß es demnach. Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte betroffen auf den Vorfall.

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Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 27 Menschen verletzt. Zwei Menschen wurden demnach mit schweren oder lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus geflogen. 25 weitere Menschen seien zur Behandlung nicht-lebensbedrohlicher Verletzungen in eine örtliche Klinik gebracht worden. Die übrigen Schüler und Mitarbeiter seien sicher evakuiert worden.

Der mutmaßliche Schützen sei in der Schule "mit offenbar selbst zugefügten Verletzungen tot aufgefunden" worden. Eines der Todesopfer sei auf dem Weg von der Schule in ein Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Carney zeigte sich angesichts des "schrecklichen" Vorfalls erschüttert. Er sei "am Boden zerstört", erklärte er in Onlinediensten. "Meine Gebete und tief empfundene Anteilnahme gelten den Familien und Freunden, die durch diese grauenhaften Gewalttaten geliebte Menschen verloren haben."

Der kanadische Premier sagte zudem seine geplante Reise zu der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vorerst ab. Angesichts des Vorfalls werde Carney seine Reise "fürs Erste" nicht antreten, erklärte sein Büro gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Carney hatte geplant, von Mittwoch bis Sonntag in München zu sein.

Der Premierminister der Provinz British Columbia nannte die Gewalt "unvorstellbar". Die Gemeinde Tumbler Ridge erklärte: "Es gibt keine Worte, die den Herzschmerz ausdrücken könnten, den unsere Gemeinde heute Nacht erlebt."

Am Nachmittag wurde der Polizei zufolge eine Warnmeldung über einen aktiven Schützen an der Schule ausgegeben. Beim Durchsuchen der Schule hätten Polizeibeamte dann sechs Tote und den toten mutmaßlichen Schützen vorgefunden.

Der Tatort in dem Wohngebäude steht ersten Ermittlungen zufolge im Zusammenhang mit dem Vorfall an der Schule. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

Kanadische Medien berichteten, es handele sich um eine Täterin. Die Polizei machte dazu zunächst keine Angaben. Die Polizei ging nicht von weiteren Verdächtigen aus. Eine anhaltende Gefahr für die Öffentlichkeit bestand demnach nicht.

Ein Schüler berichtete dem kanadischen Sender CBC von den Ereignissen. Er habe sich im Unterricht befunden, als eine Durchsage kam, dass in der Schule eine Ausgangssperre verhängt worden sei. Zunächst habe er "nicht gedacht, dass irgendetwas los ist", doch dann habe er "verstörende" Fotos über das Blutbad in der Schule erhalten, sagte der Schüler. Dann "wurde mir klar, was passierte", fügte er hinzu. Er habe zwei Stunden in der Ausgangssperre ausharren müssen, ehe die Polizei das Schulgebäude stürmte, alle anwies, die Hände zu heben und sie schließlich aus der Schule eskortierte.

Es sei eine "sich rasch entwickelnde und dynamische Lage" gewesen, erklärte der Kommandant der örtlichen Polizei, Ken Floyd. "Das war ein unglaublich schwieriger und emotionaler Tag für unsere Gemeinde", fügte er hinzu.

Massenschießereien sind in Kanada selten. Im vergangenen April waren in Vancouver elf Menschen getötet worden, als ein Fahrzeug in ein philippinisches Kulturfest fuhr.

Tumbler Ridge ist eine malerische Gemeinde in einem Tal am Fuß der Rocky Mountains und liegt mehr als 1100 Kilometer nördlich von Vancouver, der größten Stadt in British Columbia.

(U.Beriyev--DTZ)

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