Deutsche Tageszeitung - Neun Menschen in Schule und Wohngebäude in kleinem Ort in Kanada erschossen

Neun Menschen in Schule und Wohngebäude in kleinem Ort in Kanada erschossen


Neun Menschen in Schule und Wohngebäude in kleinem Ort in Kanada erschossen
Neun Menschen in Schule und Wohngebäude in kleinem Ort in Kanada erschossen / Foto: © AFP

In einem kleinen Ort im Westen Kanadas sind an einer Schule und in einem Wohngebäude neun Menschen erschossen worden. Nach Angaben der Polizei wurde die Tat in der abgelegenen Gemeinde Tumbler Ridge anscheinend von einer Frau oder Jugendlichen verübt, die danach offenbar Suizid beging. 27 weitere Menschen wurden bei dem Schusswaffenangriff verletzt, zwei von ihnen schwer. Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte bestürzt.

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Der 2400-Einwohner-Ort Tumbler Ridge in der Provinz British Columbia liegt in einem malerischen Tal am Fuße der Rocky Mountains - 1100 Kilometer nördlich von Vancouver, der größten Stadt in British Columbia. In einer weiterführenden Schule in dem Ort wurden laut der Polizei sieben Todesopfer gefunden, ein weiterer Mensch erlag auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen. Zudem seien zwei Leichen in einem Wohnhaus entdeckt worden.

Die Polizei ging von einem Zusammenhang beider Angriffe aus. Der Hintergrund der Taten war zunächst unklar. Zum Alter der Opfer und der mutmaßlichen Täterin machte die Polizei zunächst keine Angaben.

In einer ersten Warnung hatte die Polizei erklärt, der Angriff werde von einer weiblichen Person mit braunen Haaren verübt. Später teilte die Polizei mit, der mutmaßliche Schütze oder die mutmaßliche Schützin sei in der Schule "mit offenbar selbst zugefügten Verletzungen tot aufgefunden" worden.

Der Schüler Darian Quist schilderte dem kanadischen Sender CBC, während des Unterrichts habe es eine Durchsage gegeben, dass in der Schule eine Ausgangssperre verhängt worden sei. Zunächst habe er "nicht gedacht, dass irgendetwas los ist", doch dann seien ihm "verstörende" Fotos von dem Blutbad in der Schule zugeschickt worden.

Dann "wurde mir klar, was passierte", fügte der Schüler hinzu. Er habe die Schule mehr als zwei Stunden nicht verlassen dürfen, bis die Polizei das Gebäude gestürmt und alle angewiesen habe, die Schule geordnet mit erhobenen Händen zu verlassen.

Schusswaffenangriffe mit vielen Opfern gibt es in Kanada nur selten. Der Regierungschef von British Columbia, David Eby, nannte die Bluttat in Tumbler Ridge "unvorstellbar". Seine Ministerin für innere Sicherheit, Nina Krieger, sagte in einem vom "Wall Street Journal" veröffentlichten Video, es handele sich um "eine der schlimmsten Massenschießereien in der Geschichte unserer Provinz und unseres Landes". "Es gibt keine Worte, die den Schmerz ausdrücken könnten, den unsere Gemeinde heute Nacht erlebt", erklärte die Gemeinde Tumbler Ridge.

Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte in Online-Netzwerken: "Meine Gebete und tief empfundene Anteilnahme gelten den Familien und Freunden, die durch diese grauenhaften Gewalttaten geliebte Menschen verloren haben." Zudem sagte er seine geplante Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) "fürs Erste" ab, wie sein Büro gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte. Carney hatte geplant, von Mittwoch bis Sonntag in München zu sein.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekundete ebenfalls sein Mitgefühl. "Die vielen Toten nach Schüssen an einer Schule bestürzen uns tief", erklärte er am Mittwoch im Onlinedienst X. Den Verletzten wünschte er eine "rasche Genesung". Auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron brachte seine Bestürzung über den "Schrecken" in Tumbler Ridge zum Ausdruck.

Das kanadische Team bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina erklärte, es stehe "an der Seite" aller Betroffenen.

Der örtliche Polizeichef Ken Floyd sagte: "Das war ein unglaublich schwieriger und emotionaler Tag für unsere Gemeinde." Bei dem Schusswaffenangriff habe es sich um eine "sich rasch entwickelnde und dynamische Lage" gehandelt. Zur Identität des Täters wollte er sich nicht äußern. Es handele sich um genau die Person, die zuvor von der Polizei als "weiblich" beschrieben worden sei, bestätigte er vor Reportern.

(V.Varonivska--DTZ)

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