Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorläufig eingestellt

Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorläufig eingestellt


Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorläufig eingestellt
Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorläufig eingestellt / Foto: © AFP/Archiv

Das Verfahren gegen vier mutmaßliche Rädelsführer der verbotenen rechtsextremistischen Gruppe Combat 18 vor dem Landgericht Dortmund ist vorläufig eingestellt worden. Dies sei mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und der Angeklagten erfolgt, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch. Demnach müssen die vier Angeklagten jeweils 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung, ein Kinderdorf, zahlen.

Textgröße ändern:

Das Gericht habe die Einstellung wegen der noch langen Verfahrensdauer und der im Fall einer Verurteilung zu erwartenden Strafe für angemessen und ausreichend gehalten, um das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung durch Auflagen zu erfüllen, sagte die Sprecherin weiter. Im Fall einer Verurteilung hätte die Angeklagten voraussichtlich eine Geldstrafe erwartet.

Endgültig wird das Verfahren eingestellt, wenn die Angeklagten die Geldauflage bis Mitte August zahlen. Die vorläufige Einstellung des Verfahrens erfolgte am vergangenen Freitag. In dem Verfahren hatte es zuvor 25 Verhandlungstage gegeben.

Die Bundesanwaltschaft warf den Angeklagten vor, den organisatorischen Zusammenhalt der bereits 2020 verbotenen Gruppe bis mindestens Frühjahr 2022 aufrecht erhalten zu haben. Das Bundesinnenministerium verbot Combat 18 Deutschland, weil die Gruppe sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richte und "dem Nationalsozialismus wesensverwandt" sei.

Die vier Männer flogen zusammen mit 17 anderen mutmaßlichen Mitgliedern von Combat 18 Deutschland im April 2022 bei einer bundesweiten Razzia gegen Neonazinetzwerke auf. Einer der Angeklagten soll die Führung der Gruppe übernommen und mindestens 14 konspirative Treffen organisiert haben. Bei einem Treffen soll es ein Aufnahmeverfahren mit Befragungen zum Nationalsozialismus gegeben haben.

Zwei weitere Angeklagte sollen diese Aufnahmerituale geplant und organisiert haben. Ein weiterer Beschuldigter soll laut Anklage Rechtsrockkonzerte organisiert und gemeinsam mit dem mutmaßlichen Anführer Tonträger sowie Kleidung mit Gruppenbezug verkauft haben.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Mutmaßliche Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal bei Detmold: Staatsschutz ermittelt

Am Hermannsdenkmal bei Detmold in Nordrhein-Westfalen haben mutmaßliche Rechtsextreme einen mehrstündigen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein 21-jähriger Aktivist besetzte das Denkmal am Sonntag über mehrere Stunden, wie die örtliche Polizei mitteilte. Mehrere Vermummte hatten sich zuvor Zutritt zu dem Denkmal verschafft. Nach Einschätzung der Ermittler sind diese der Identitären Bewegung zuzurechnen. Die Vermummten zündeten demnach Pyrotechnik und entrollten Banner.

"Für Juden unwählbar": Zentralrat kritisiert Linke für Israel-Beschlüsse

Nach dem Bundesparteitag der Linken hat sich der Zentralrat der Juden scharf von der Partei distanziert. "Die Linke leistet mit ihrer Beschlussfassung dem wachsenden Antisemitismus weiteren Vorschub", sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Sonntag der "Welt". Er fügte hinzu: "Für Jüdinnen und Juden macht sie sich damit unwählbar."

"Haltet fest am Glauben": Heiner Wilmer als neuer Bischof von Münster eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst im St.-Paulus-Dom ist der neue katholische Bischof von Münster, Heiner Wilmer, am Sonntag in sein Amt eingeführt worden. "Seid nicht bange, seid standhaft, haltet fest am Glauben" appellierte er an die Gläubigen seines Bistums. Der 65 Jahre alte Wilmer war zuvor Bischof von Hildesheim und ist seit Februar auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Heiner Wilmer als neuer Bischof von Münster eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst im St.-Paulus-Dom und der Übergabe der päpstlichen Ernennungsurkunde ist der neue katholische Bischof von Münster, Heiner Wilmer, am Sonntag in sein Amt eingeführt worden. Wilmer war zuvor Bischof von Hildesheim und ist seit Februar auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Er folgt in Münster auf Felix Genn.

Textgröße ändern: