Deutsche Tageszeitung - Parteisitz der französischen Linkspopulisten nach Bombendrohung geräumt

Parteisitz der französischen Linkspopulisten nach Bombendrohung geräumt


Parteisitz der französischen Linkspopulisten nach Bombendrohung geräumt
Parteisitz der französischen Linkspopulisten nach Bombendrohung geräumt / Foto: © AFP

Vor dem Hintergrund politischer Spannungen nach dem gewaltsamen Tod eines ultrarechten Aktivisten in Frankreich ist die Parteizentrale der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI) wegen einer Bombendrohung vorübergehend geräumt worden. "Die Polizei ist im Einsatz, alle Beschäftigten und Parteimitglieder sind in Sicherheit", schrieb der LFI-Koordinator Manuel Bompard am Mittwoch im Onlinedienst X. Bei dem Polizeieinsatz in Paris sei kein Sprengstoff gefunden worden, hieß es später in informierten Kreisen.

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Die LFI-Partei wird derzeit angefeindet, weil ein parlamentarischer Mitarbeiter eines LFI-Abgeordneten festgenommen wurde, welcher im Verdacht steht, an dem tödlichen Angriff auf den ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque vergangene Woche in Lyon beteiligt gewesen zu sein.

Mehrere LFI-Vertreter prangerten ihrerseits "Drohungen" gegen ihre Partei an. "Die Anschuldigungen (gegen LFI) führen dazu, dass einige gewaltbereite Aktivisten Angriffe auf Büros verüben", sagte Bompard. Er verlangte, dass die Anschuldigungen (gegen LFI) eingestellt werden müssten.

Die LFI-Abgeordnete Clémence Guetté warnte vor einer politischen Instrumentalisierung des Falls. "Diejenigen, die den Tod eines jungen Mannes ausnutzen, um LFI anzugreifen, müssen ihre abstoßenden Manöver einstellen", sagte Guetté.

Die französische Regierung hatte am Vormittag den vorläufigen Fraktionsausschluss des LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault gefordert, dessen Mitarbeiter festgenommen worden war. "Die LFI muss in ihren Reihen aufräumen", sagte Regierungssprecherin Maud Bregeon.

Insgesamt wurden mittlerweile elf Verdächtige festgenommen, von denen einige nach Informationen der Zeitung "Le Monde" als politisch radikalisiert registriert waren.

Der 23-jährige Rechtsradikale war am vergangenen Donnerstag in Lyon von einer Gruppe Vermummter zusammengeschlagen und mit Fußtritten traktiert worden. Er starb am Samstag an den Folgen seiner schweren Kopfverletzung.

(M.Travkina--DTZ)

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