Deutsche Tageszeitung - Fingierte Hausbesuche: Arzt in Nürnberg wegen Abrechnungsbetrugs verurteilt

Fingierte Hausbesuche: Arzt in Nürnberg wegen Abrechnungsbetrugs verurteilt


Fingierte Hausbesuche: Arzt in Nürnberg wegen Abrechnungsbetrugs verurteilt
Fingierte Hausbesuche: Arzt in Nürnberg wegen Abrechnungsbetrugs verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Unter anderem wegen Abrechnungsbetrugs durch fingierte Hausbesuche ist ein Arzt aus Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg sprach ihn am Montag zudem des sexuellen Missbrauchs schuldig, wie eine Sprecherin mitteilte. Es ordnete die Einziehung von mehr als 1,4 Millionen Euro bei dem Mann an.

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Der Angeklagte arbeitete als sogenannter Poolarzt im ärztlichen Bereitschaftsdienst. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) über einen Zeitraum von vier Jahren vielfach "frei erfundene Leistungen und Hausbesuche" abrechnete. Insgesamt entstand der KVB dadurch ein Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro.

Ebenso sah es die Kammer als erwiesen an, dass der Angeklagte im Februar 2021 eine Patientin bei einem Hausbesuch wegen Erkältungssymtomen unter Ausnutzung der Behandlungssituation "sexuell motiviert" an der Brust berührte. Der Gerichtssprecherin zufolge räumte der Angeklagte den Abrechnungsbetrug ein, das Sexualdelikt jedoch nicht.

Die Voraussetzungen für die Verhängung eines Berufsverbots sah das Gericht nicht als gegeben an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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