Deutsche Tageszeitung - Tödlicher Sturz in Berliner Teltowkanal: Angeklagter von Mordvorwurf freigesprochen

Tödlicher Sturz in Berliner Teltowkanal: Angeklagter von Mordvorwurf freigesprochen


Tödlicher Sturz in Berliner Teltowkanal: Angeklagter von Mordvorwurf freigesprochen
Tödlicher Sturz in Berliner Teltowkanal: Angeklagter von Mordvorwurf freigesprochen / Foto: © AFP/Archiv

In einem Prozess um einen tödlichen Sturz eines Manns in den Berliner Teltowkanal ist der Angeklagte vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Der Sturz sei dem 59-Jährigen nicht zuzurechnen, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Groß in seiner Urteilsbegründung am Dienstag am Landgericht Berlin. Er sei stattdessen wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren zu verurteilen.

Textgröße ändern:

Die Staatsanwaltschaft hatte den Obdachlosen wegen Mordes angeklagt. Sie ging ursprünglich davon aus, dass er den 62-Jährigen am 30. Juni 2025 nahe der Britzer Brücke in den Kanal gestoßen hatte, um den Raub des Handys und einer Umhängetasche mit Wertsachen zu vertuschen. Der erheblich alkoholisierte Geschädigte wurde später von Tauchern aus dem Teltowkanal geborgen und starb im Krankenhaus.

Die Kammer ging davon aus, dass der Angeklagte den 62-Jährigen tatsächlich bestehlen wollte und ihn zuvor in einem Supermarkt ausgespäht hatte, wie der Richter sagte. Dieser sei ein leichtes Opfer gewesen, weil er ganz offensichtlich "stockbesoffen" gewesen sei und sich kaum auf den Beinen habe halten können. Anschließend sei der Angeklagte dem Geschädigten zu einer Grünanlage gefolgt und habe ihm, während dieser Wasser ließ, das Handy und die EC-Karte geraubt und ihn in ein Gebüsch gestoßen.

Das Gericht gehe aber nicht davon aus, dass der Angeklagte auch für den Sturz ins Wasser verantwortlich sei, sagte Groß. Dieser habe sich 80 Meter entfernt ereignet, und es gebe keine Hinweise darauf, dass sich das Geschehen dorthin verlagert habe. Zudem habe sich das Handy laut Ortung in eine andere Richtung entfernt. Zeugen oder DNA-Spuren gebe es ebenfalls nicht.

Die Staatsanwaltschaft war während des Prozesses ebenfalls vom Vorwurf des Mordes abgerückt. Sie forderte in ihrem Plädoyer eine Verurteilung wegen Raubes oder räuberischen Diebstahls und eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Die Verteidigung beantragte eine Geldstrafe von 600 Euro wegen Unterschlagung.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Reiche: Bei längerem Iran-Krieg könnte Treibstoff knapp werden

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat im Fall eines längeren Iran-Kriegs vor möglicher Treibstoffknappheit gewarnt. Reiche sagte am Dienstag bei der Energiekonferenz Ceraweek in Houston im US-Bundesstaat Texas, die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin seien durch den Krieg in die Höhe geschnellt. "Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai."

"Terror"-Ermittlungen nach Autobrand in jüdischem Viertel von Antwerpen

Im Zusammenhang mit dem Brand eines Autos im jüdischen Viertel von Antwerpen sind am Montagabend zwei Jugendliche wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer "terroristischen" Vereinigung festgenommen worden. Nach ersten Erkenntnissen werde gegen die Verdächtigen wegen Brandstiftung und "Beteiligung an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung" ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft der belgischen Stadt am Dienstag mit. Dabei gehe es um ein im Internet kursierendes Bekennervideo, hieß es.

Niedersachsen: 13-Jährige nach Angriff durch Vater weiterhin in Lebensgefahr

Nach der Bluttat eines Familienvaters in einem Haus im niedersächsischen Barsinghausen bei Hannover schwebt die 13-jährige Tochter des Manns weiterhin in Lebensgefahr. Ihr Gesundheitszustand sei unverändert, teilte die Polizei am Dienstag in Hannover mit. Der 49-jährige Mann hatte in der Nacht zum Montag seine 38 Jahre alte Frau getötet und seine Tochter lebensgefährlich verletzt.

Zwei mutmaßliche Russland-Spione in Deutschland und Spanien festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat in Nordrhein-Westfalen und in Spanien zwei mutmaßliche Russland-Spione festnehmen lassen. Sie sollen in Deutschland jemanden ausgespäht haben, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert, wie die Karlsruher Behörde am Dienstag mitteilte. Es geht um eine Rumänin und einen Ukrainer.

Textgröße ändern: