Deutsche Tageszeitung - Raubkopienportal movie2k: Prozess gegen zwei frühere Betreiber in Leipzig

Raubkopienportal movie2k: Prozess gegen zwei frühere Betreiber in Leipzig


Raubkopienportal movie2k: Prozess gegen zwei frühere Betreiber in Leipzig
Raubkopienportal movie2k: Prozess gegen zwei frühere Betreiber in Leipzig / Foto: © AFP/Archiv

Im Fall des ehemals führenden deutschen Raubkopienportals movie2k hat vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gegen zwei frühere mutmaßliche Betreiber der Plattform begonnen. Zum Auftakt wurde am Dienstag die Anklage verlesen, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Über das Streamingportal waren bis zu seiner Abschaltung im Jahr 2013 Kopien von Kinofilmen und Fernsehserien illegal verbreitet und laut Anklage Millionenbeträge eingenommen worden.

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Einer der Angeklagten soll zusammen mit einem zwischenzeitlich bereits verurteilten Mann von 2008 bis 2013 das Raubkopienportal mit den beiden Hauptdomains movie2k.com und movie2k.to betrieben haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft dem 42-jährigen in der 2024 erhobenen Anklage gewerbsmäßige unerlaubte Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken in knapp 220.000 Fällen, gewerbsmäßige Geldwäsche in 146 Fällen und Anstiftung zur falschen Verdächtigung vor.

Dem mitangeklagten 39-jährigen mutmaßlichen Komplizen wird gewerbsmäßige Geldwäsche in 46 Fällen sowie Steuerhinterziehung im schweren Fall angelastet. Nach vorläufiger Auffassung der zuständigen Strafkammer des Leipziger Landgerichts sind die angeklagten Urheberrechtsverletzungen verjährt. Die Richter müssen daher nicht nur darüber befinden, ob die Taten den Angeklagten angerechnet werden können, sondern was mit den von den sächsischen Behörden eingezogenen Einnahmen geschieht.

Der Anklage zufolge nahmen die Verdächtigen durch den Betrieb der illegalen Streamingplattform durch Zahlungen von Nutzern und Werbeeinnahmen Millionenbeträge ein. Die illegalen Einnahmen wurden demnach in die Krytowährung Bitcoin investiert. Vor zwei Jahren beschlagnahmten die Behörden im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die beiden nun angeklagten Männer fast 50.000 Bitcoins. Einer der Angeklagten gab sie damals freiwillig zurück. Es handelte sich um die bis dahin größte in Deutschland durch Behörden gesicherte Bitcoin-Menge.

Im Prozess, der zunächst bis Mitte Mai angesetzt ist, geht es auch um dieses Geld. Der Freistaat Sachsen verkaufte die Bitcoins damals zum aktuellen Wert für rund 2,64 Milliarden Euro. Es handelte sich um eine sogenannte Notveräußerung, um mutmaßlich aus kriminellen Aktivitäten stammende Vermögenswerte zu sichern. Bis zum Abschluss des Strafverfahrens liegt das Geld auf einem Verwahrkonto. In dem Prozess entscheidet sich daher auch, ob die Milliardensumme dem sächsischen Landeshaushalt zugute kommen wird.

Die mutmaßlichen Betreiber des illegalen Streamingportals wurden erst Jahre nach dessen Abschaltung 2013 gefasst, der in Leipzig angeklagte mutmaßliche Haupttäter erst 2023. In dem Komplex gab es nach Angaben der Justizbehörden schon früher Verurteilungen weiterer Betreiber.

(V.Sørensen--DTZ)

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