Deutsche Tageszeitung - Gefecht vor der Küste: Kubas Küstenwache tötet vier Insassen eines US-registrierten Boots

Gefecht vor der Küste: Kubas Küstenwache tötet vier Insassen eines US-registrierten Boots


Gefecht vor der Küste: Kubas Küstenwache tötet vier Insassen eines US-registrierten Boots
Gefecht vor der Küste: Kubas Küstenwache tötet vier Insassen eines US-registrierten Boots / Foto: © AFP

Die kubanische Küstenwache hat bei einem Schusswechsel mit Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Insassen des "illegalen" Boots hätten das Feuer auf ein Schiff der Küstenwache eröffnet, dessen Besatzung dann zurückgeschossen habe, teilte das Innenministerium in Havanna am Mittwoch mit. Die Justiz des US-Bundesstaates Florida kündigte Ermittlungen zu dem Vorfall an.

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Das Schnellboot sei von der Küstenwache in einer Seemeile Entfernung von der Küste der kubanischen Provinz Villa Clara gesichtet worden, teilte das kubanische Innenministerium mit. Als sich das Schiff der Küstenwache dem Schnellboot genähert habe, seien von dort Schüsse abgefeuert worden. Dabei sei der Kommandant des kubanischen Schiffs verletzt worden.

In dem nachfolgenden Schusswechsel seien dann auf dem Schnellboot vier Menschen getötet und sechs verletzt worden, hieß es weiter vom kubanischen Innenministerium. Die Verletzten seien von dem Boot geholt worden und würden medizinisch versorgt. Zur Identität der Insassen des Schnellboots und den möglichen Gründen ihrer Fahrt vor die kubanische Küste machte das Ministerium keine Angaben.

Der Generalstaatsanwalt von Florida, James Uthmeier, teilte mit, er habe Ermittlungen zu dem Vorfall angeordnet. "Der kubanischen Regierung kann man nicht vertrauen, und wir werden alles in unser Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte er. Kuba liegt nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze Floridas entfernt.

US-Vizepräsident JD Vance sagte vor Journalisten, das Weiße Haus überprüfe den Vorfall. Hoffentlich sei dieser "nicht so schlimm wie wir fürchten, dass er sein könnte". Bislang seien der US-Regierung "nicht viele Details" zu dem Zwischenfall bekannt. US-Außenminister Marco Rubio kündigte an, Washington werde "entsprechend reagieren".

Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.

Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert. Am Mittwoch teile das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba aus humanitären Gründen gelockert würden.

(L.Møller--DTZ)

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