Deutsche Tageszeitung - Wadephul schließt militärische Evakuierung von Reisenden aus Golfregion aus

Wadephul schließt militärische Evakuierung von Reisenden aus Golfregion aus


Wadephul schließt militärische Evakuierung von Reisenden aus Golfregion aus
Wadephul schließt militärische Evakuierung von Reisenden aus Golfregion aus / Foto: © Royal Commission for Al-ULA/AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine militärische Evakuierung von deutschen Reisenden ausgeschlossen, die derzeit wegen des Iran-Konflikts in der Golfregion festsitzen. "Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen", sagte Wadephul der "Bild" vom Montag. Wann eine Ausreise für die Betroffenen wieder möglich sein wird, sei derzeit nicht absehbar.

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Die Bundesregierung setze auf Informationsangebote und konsularische Unterstützung, sagte Wadephul. "Alle Botschaften, alle Auslandsvertretungen sind geöffnet. Wir arbeiten intensiv daran, mit Informationen da zu sein."

Der Deutsche Reiseverband bezifferte die Zahl der betroffenen deutschen Reisenden in der Region auf rund 30.000. Die Zahl beziehe sich auf Reisende mit deutschen Veranstaltern, die sich derzeit in der Region aufhalten oder Flüge über die Drehkreuze in der Region haben.

In der ARD-Sendung "Caren Miosga" sagte Wadephul am Sonntagabend zur Situation der Deutschen in der Golfregion, das Auswärtige Amt tue, "was wir machen können". Die Reisenden würden täglich mindestens einmal über die Lage und mögliche Optionen informiert. Der Minister wies darauf hin, dass der Luftraum in der Region geschlossen sei und nur in einigen Staaten wie Saudi-Arabien und Oman derzeit noch geflogen werden könne.

Wadephul betonte, dass Reisende auch für ihre eigene Sicherheit Verantwortung tragen: "Es war nicht ganz unbekannt, dass das gefährlich werden könnte", sagte er zur Entwicklung in der Golfregion. "Keiner wusste, dass es zu dieser Zuspitzung kommen würde, aber es musste damit gerechnet werden. Und jetzt helfen wir."

Wadephul warnte zugleich, dass der Konflikt länger andauern werde: "Wir alle müssen uns darauf einstellen, dass dieser Konflikt länger dauert. Es ist nicht vorhersehbar, dass wir in den nächsten Tagen mit einer Beendigung der Kampfhandlungen rechnen können." Er fügte hinzu: "Deswegen müssen wir Vorsorge dafür treffen, dass auf anderem Wege eine Ausreise aus diesen Ländern ermöglicht wird."

(L.Møller--DTZ)

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