Deutsche Tageszeitung - Busbrand in der Schweiz: Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus

Busbrand in der Schweiz: Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus


Busbrand in der Schweiz: Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus
Busbrand in der Schweiz: Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus / Foto: © AFP

Nach dem Brand eines Busses in der Schweiz mit sechs Toten geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Es deute aber nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Der Bus wurde demnach von einem "psychisch instabilen" Schweizer in Brand gesetzt, der sich in dem Fahrzeug selbst angezündet hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann unter den Toten ist.

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Der Linienbus des Busunternehmens Postauto war am Dienstagabend gegen 18.25 Uhr an der Hauptstraße in Kerzers, einer Kleinstadt im Kanton Freiburg etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Bern, in Brand geraten. Videos in Onlinediensten zeigten meterhohe Flammen und schwarze Rauchwolken, die aus den Fenstern des Busses aufstiegen.

Nach Angaben der Polizei kamen sechs Menschen bei dem Brand ums Leben. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht. Zwei Schwerverletzte mussten nach offiziellen Angaben am Mittwoch weiter im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei ging bereits kurz nach Brand von menschlichem Verschulden und einer mutwilligen Tat aus. Diese Erkenntnisse verdichteten sich im Laufe des Mittwochs. Der mutmaßliche Brandstifter sei nach Angaben eines Zeugen mit Taschen in den Bus eingestiegen, sagte der Staatsanwalt Raphaël Bourquin auf einer Pressekonferenz. Plötzlich habe sich der Mann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet.

Zum Motiv des etwa 60 Jahre alten Mannes konnte der Staatsanwalt noch keine Angaben machen, er hob aber hervor: "Nichts weist auf ein terroristisches Attentat hin." Seine Familie habe angegeben, dass der Mann "verschwunden" sei. Der Mann sei als Person beschrieben worden, "die am Rande der Gesellschaft lebte und psychische Probleme hatte".

Bei den Ermittlungen will die Polizei nun weitere Zeugen befragen und Aufnahmen von Überwachungskameras auswerten.

Am Unglücksort hatten Feuerwehrleute den ausgebrannten Bus am Abend mit weißen Planen abgeschirmt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Mehrere Rettungswagen und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Bis spät in die Nacht untersuchten Ermittler das Wrack. Am Morgen war der Bus weggeräumt und die Straßensperrung in Kerzers aufgehoben.

Postauto ist eine Tochter der Schweizer Post, ihre gelben Busse werden jeden Tag von einer halben Million Fahrgästen genutzt. Unternehmenschef Stefan Regli erklärte, der Brand in Kerzers sei eine "schreckliche Tragödie". Alle Beschäftigten von Postauto und der Post seien schockiert und betroffen.

Auch der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich bestürzt. Es mache ihn traurig, dass erneut Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen seien, erklärte er im Onlinedienst X.

Es war bereits die zweite schwere Brandkatastrophe in der Schweiz innerhalb weniger Monate. In der Silvesternacht waren bei einem Brand in einer Bar im Skiort Crans-Montana 40 Menschen ums Leben gekommen.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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