Deutsche Tageszeitung - Georgiens orthodoxer Patriarch Ilia II. im Alter von 93 Jahren gestorben

Georgiens orthodoxer Patriarch Ilia II. im Alter von 93 Jahren gestorben


Georgiens orthodoxer Patriarch Ilia II. im Alter von 93 Jahren gestorben
Georgiens orthodoxer Patriarch Ilia II. im Alter von 93 Jahren gestorben / Foto: © POOL/AFP

Nach fast 50 Jahren an der Spitze der Georgischen Orthodoxen Kirche ist Patriarch Ilia II. im Alter von 93 Jahren gestorben. Das sagte Metropolit Shio Mujiri, der die Kirche bis zur Wahl eines neuen Patriarchen übergangsweise leitet, am Dienstag zu Reportern. Ilia II. wurde nach Klinikangaben am Dienstagmorgen mit "massiven Magenblutungen" ins Krankenhaus gebracht. Er stand der Orthodoxen Kirche Georgiens seit 1977 vor, damit war er eines der am längsten amtierenden religiösen Oberhäupter der Welt.

Textgröße ändern:

Ilia II. wurde 1933 als Irakli Ghuduschauri-Schiolaschwili geboren und stieg während der Sowjetzeit in der kirchlichen Hierarchie auf. Er wurde zu einer zentralen moralischen Autorität während der georgischen Unabhängigkeitsbewegung. Ilia II. hatte im eigenen Land ein hohes Ansehen und spielte in Zeiten politischer Krisen eine stabilisierende Rolle, oft vermittelte er zwischen rivalisierenden Fraktionen. Unter seiner Führung baute die Kirche ihren Einfluss auf die georgische Politik und das öffentliche Leben aus und pflegte enge Beziehungen zum Staat.

Kritiker werfen der Kirche allerdings unter anderem vor, zu zurückhaltend auf das harte Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle und die Zivilgesellschaft zu reagieren und konservative Gesetze zu unterstützen. Außerdem wird der Kirche vorgeworfen, zurückhaltend bei Kritik an der Regierung der Partei "Georgischer Traum" zu sein. Die Opposition wirft der Regierung in Tiflis vor, zunehmend in Autoritarismus zu verfallen und sich Russland anzunähern, was die Regierung zurückweist.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Belgisches Gericht urteilt im Klimaprozess eines Bauern gegen Total-Konzern

Ein Gericht in der belgischen Stadt Tournai urteilt am Mittwoch (gegen 14.00 Uhr) im Klimaprozess eines Landwirts gegen den Öl- und Gaskonzern Total Energies. Der Rinderbauer Hugues Falys sowie drei Organisationen wollen erreichen, dass Total Verantwortung für Verluste der Landwirtschaft infolge des Klimawandels übernehmen muss und fordern eine Entschädigung. Falys beruft sich auf Dürren, die wegen des Klimawandels häufiger werden.

US-Notenbank Fed könnte Leitzins erneut stabil halten

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) entscheidet am Mittwoch über eine mögliche Leitzinssenkung (Bekanntgabe 20.00 Uhr MEZ). Ökonomen rechnen damit, dass die Notenbank den Leitzins das zweite Mal in Folge stabil lässt. Fed-Chef Jerome Powell will im Anschluss vor die Presse treten (20.30 Uhr MEZ).

Vatikan-Gericht ordnet Wiederaufnahme von Untreue-Verfahren gegen Kardinal an

Ein Berufungsgericht im Vatikan hat die Wiederaufnahme eines Verfahrens gegen einen wegen Veruntreuung verurteilten Kardinal angeordnet. Das Gericht begründete den Schritt vom Dienstag in einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Entscheidung im Fall von Kardinal Angelo Becciu mit Fehlern im ursprünglichen Verfahren gegen den einst einflussreichen Kardinal.

Korruptionsprozess: Argentiniens Ex-Präsidentin Kirchner greift Justiz scharf an

Im gegen sie gerichteten Korruptionsprozess hat Argentiniens Ex-Präsidentin Cristina Kirchner der Justiz "Mafia-Methoden" vorgeworfen. "Mit diesem Justizsystem riskiere ich, im Gefängnis zu sterben", sagte die 73-Jährige am Dienstag bei ihrem ersten persönlichen Auftritt vor Gericht. Ihr und weiteren 85 Angeklagten wird vorgeworfen, Schmiergeldzahlungen von Unternehmen im Gegenzug für staatliche Aufträge angenommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft stuft den Fall als größte Schmiergeldermittlung in der Geschichte des Landes ein.

Textgröße ändern: