Deutsche Tageszeitung - Haftstrafe für Berliner Kunsthändler wegen Versteigerung gefälschter Bilder

Haftstrafe für Berliner Kunsthändler wegen Versteigerung gefälschter Bilder


Haftstrafe für Berliner Kunsthändler wegen Versteigerung gefälschter Bilder
Haftstrafe für Berliner Kunsthändler wegen Versteigerung gefälschter Bilder / Foto: © AFP/Archiv

Wegen der Versteigerung gefälschter Ölbilder ist ein Berliner Kunsthändler zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach ihn am Freitag des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. In einem Fall handelte es sich dabei um versuchten Betrug. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von 21.000 Euro an.

Textgröße ändern:

Gegen den damals 61-Jährigen war bereits im September 2023 Anklage erhoben worden. Demnach hatte er über zwei Berliner Auktionshäuser mehrere gefälschte Ölgemälde des französisch-polnischen Malers Louis Marcoussis verkauft. Den Gutachtern des Auktionshauses fielen die Fälschungen zunächst nicht auf, erst eine Analyse des Landeskriminalamts ergab, dass bei den Bildern sogenannte anachronistische Farbpigmente verwendet worden waren. Laut Ermittlern wurde also Farbe verwendet, die erst nach dem Tod des Malers 1941 auf den Markt kam.

Ebenfalls verurteilt wurde ein mitangeklagter Komplize, der zum Zeitpunkt der Anklage 43 Jahre alt war. Er soll gemeinsam mit dem Kunsthändler versucht haben, ein gefälschtes Werk von Marcoussis' Ehefrau, Alice Halicka-Marcoussis, zu verkaufen. Da in diesem Fall jedoch noch kein Geld floss, wertete das Gericht die Tat als versuchten Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Der Mann wurde zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren, das nach einem ersten Anlauf im November 2024 im September 2025 wieder begonnen wurde, eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für den Kunsthändler gefordert. Für den Komplizen beantragten die Ankläger 2700 Euro Geldstrafe. Die Verteidigung plädierte für beide Angeklagte auf Freispruch.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Dienstinterna an Drogenkriminelle: Achteinhalb Jahre Haft für Staatsanwalt in Hannover

Weil er Informationen an Drogenkriminelle weitergab, ist ein Staatsanwalt in Niedersachsen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover sprach den Angeklagten am Freitag wegen Bestechlichkeit in neun Fällen sowie Verrats von Dienstgeheimnissen schuldig und verhängte gegen ihn achteinhalb Jahre Haft, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Zudem wurde die Einziehung von 45.000 Euro angeordnet.

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit sieht sich von Epstein "manipuliert und getäuscht"

In ihrem ersten öffentlichen Interview seit Bekanntwerden ihrer jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit diesem "Manipulation und Täuschung" vorgeworfen. Es sei für sie sehr wichtig, sich der Tatsache zu stellen, dass sie Epsteins Vergangenheit nicht genauer hinterfragt habe "und dass ich in diesem Ausmaß manipuliert und getäuscht wurde", sagte Mette-Marit in dem am Freitag ausgestrahlten Gespräch mit dem Sender NRK.

Ausgebüxter Pfau auf hessischer Autobahn hält Polizei auf Trab

Ein ausgebüxter Pfau hat die Polizei in Hessen zwei Tage lang auf Trab gehalten. Bereits am Donnerstagnachmittag meldeten mehrere Verkehrsteilnehmer das Tier, das seinem Besitzer in Volkmarsen entwischt war, auf der Autobahn 44, wie die Polizei am Freitag in Kassel mitteilte

Mord an Frau auf Waldweg: Lebenslange Haft für 47-Jährigen in Stuttgart

Wegen der Tötung einer Frau auf einem Waldweg in Baden-Württemberg ist ein 47-Jähriger vom Landgericht Stuttgart zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte wurde am Freitag des Mordes schuldig gesprochen, wie das Gericht mitteilte. Laut den Feststellungen hatte er im Februar 2025 der ihm bekannten Frau in einem Gebüsch aufgelauert und sie attackiert, als sie mit ihrem E-Scooter vorbeifuhr.

Textgröße ändern: