Deutsche Tageszeitung - Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - knappes Rennen erwartet

Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - knappes Rennen erwartet


Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - knappes Rennen erwartet
Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - knappes Rennen erwartet / Foto: © AFP

In Italien hat am Sonntag ein zweitägiges Referendum über eine umfassende Reform des Justizsystems begonnen. Das Vorhaben der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sieht unter anderem eine strikte Trennung der Laufbahnen von Richtern und Staatsanwälten vor. Die Opposition sieht in der Reform den Versuch, Richter zu kontrollieren. Sie kritisiert, dass das Vorhaben Probleme wie langwierige Gerichtsverfahren und überfüllte Gefängnisse nicht angehe.

Textgröße ändern:

Jüngste Umfragen deuteten auf ein knappes Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern der Reform hin. Die Wahllokale schließen am Montag um 15.00 Uhr. Mit ersten Ergebnissen wird noch am selben Tag gerechnet.

Meloni betonte in einem vor dem Referendum veröffentlichten Video, dass es sich um eine "historische Chance" handele, das Justizsystem "leistungsorientierter, verantwortungsbewusster und effizienter" zu machen.

Die Chefin der linksgerichteten Demokratischen Partei (PD), Elly Schlein, kritisierte die Justizreform hingegen als schlecht formuliert und sagte, sie schwäche die Unabhängigkeit der Justiz.

Die Reform ist ein zentrales Vorhaben der rechtsgerichteten Regierung Meloni. Eine Zustimmung für die Reform wäre ein wichtiger politischer Sieg für die seit Herbst 2022 amtierende Regierung, eine Ablehnung ein schwerer Rückschlag.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Lebenslange Haft für Mord an Ehefrau in Schleswig-Holstein

Das Landgericht im schleswig-holsteinischen Flensburg hat einen 53-Jährigen wegen Mordes an seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Kammer sah das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe als erfüllt an, wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte. Demnach sahen es die Richter als erwiesen an, dass der 53-Jährige die Frau im Dezember in Süderbrarup getötet hatte.

Gericht: Mette-Marits Sohn darf bis zu Berufungsurteil in den Hausarrest

Nach seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung darf der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit in der Zeit bis zu seinem Berufungsprozess vorerst aus dem Gefängnis in den Hausarrest wechseln. Eine elektronische Fußfessel reiche aus, um die Gefahr einer Wiederholungstat bei Marius Borg Hoiby zu bannen, entschied am Montag das Osloer Bezirksgericht. Zugleich ordnete es an, Hoibys Freiheitsentzug um vier Wochen zu verlängern.

Tod von 17-Jährigem in Castrop-Rauxel: Tatverdächtige nach Deutschland ausgeliefert

Im Fall eines tödlich verletzten 17-Jährigen in Castrop-Rauxel ist die vor rund drei Wochen in Litauen festgenommene Mordverdächtige nach Deutschland ausgeliefert worden. Die 17-Jährige kam in der vergangenen Woche in eine Haftanstalt, wie die Polizei in Recklinghausen am Montag mitteilte. Zuvor war ihr der bestehende Haftbefehl verkündet worden. Die Jugendliche war seit Januar flüchtig und wurde Mitte Juni in Litauen festgenommen.

Flammeninferno: Mindestens 28 Tote und Dutzende Verletzte bei Lokal-Brand in Bangkok

In einem Flammeninferno in einer Restaurant-Bar in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Von den 73 Verletzten wurden nach Angaben der Rettungskräfte am Montag 25 intensivmedizinisch behandelt. Nach Angaben von Behördenvertretern bestand der Verdacht, dass der Notausgang blockiert gewesen sei.

Textgröße ändern: