Deutsche Tageszeitung - Israelische Polizei untersagt Lateinischem Patriarchen Zugang zur Grabeskirche

Israelische Polizei untersagt Lateinischem Patriarchen Zugang zur Grabeskirche


Israelische Polizei untersagt Lateinischem Patriarchen Zugang zur Grabeskirche
Israelische Polizei untersagt Lateinischem Patriarchen Zugang zur Grabeskirche / Foto: © AFP

In Israel hat die Polizei den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem daran gehindert, zum Beginn der Karwoche die traditionelle Palmsonntagsmesse in der Grabeskirche zu feiern. Pierbattista Pizzaballa als Oberhaupt des Patriarchats und einem weiteren Kirchenvertreter sei "zum ersten Mal seit Jahrhunderten" das Betreten der Grabeskirche in Jerusalem untersagt worden, hieß es in einer Erklärung des Patriarchats vom Sonntag. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, hinter dem Vorgehen der Polizei stecke "keine böse Absicht".

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"Die Tatsache, dass dem Kardinal und dem Kustos der Zutritt verwehrt wurde, die die ranghöchsten Vertreter der katholischen Kirche an den heiligen Stätten sind, stellt eine offensichtlich unangemessene und völlig unverhältnismäßige Maßnahme dar", hieß es in der Stellungnahme der Patriarchats.

Die israelische Polizei verwies darauf, dass alle heiligen Stätten in Jerusalem seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar geschlossen seien. Der Antrag des Patriarchen "konnte deshalb nicht genehmigt werden", hieß es in einer Erklärung. Die Polizei verwies zudem auf die "komplexe Situation" in der Jerusalemer Altstadt, die einen Einsatz von Rettungsfahrzeugen bei einem "Massen-Vorfall" erschweren würde.

Öffentliche Versammlungen sind derzeit wegen des Iran-Krieges auf etwa 50 Teilnehmer begrenzt. Das Lateinische Patriarchat hatte daher bereits angekündigt, auf die traditionelle Palmsonntagsprozession zu verzichten. Diese führt normalerweise vom Ölberg in die Altstadt von Jerusalem und zieht tausende Gläubige an.

"Die Kirchenoberhäupter haben sich verantwortlich verhalten und seit dem Beginn des Krieges alle auferlegten Beschränkungen befolgt", erklärte das Patriarchat. Das Verhalten der Polizei verstößt aus seiner Sicht "gegen die Grundprinzipien der Vernunft und der Religionsfreiheit".

Ministerpräsident Netanjahu begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. Die israelische Polizei habe den Patriarchen "aus besonderer Sorge um seine Sicherheit" am Abhalten der Messe gehindert. "Noch einmal: Es gab keinerlei böse Absicht, sondern lediglich Sorge um seine Sicherheit und die seiner Begleiter", erklärte Netanjahu im Onlinedienst X.

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni erklärt hingegen, das Vorgehen der Polizei sei "eine Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft, die die Religionsfreiheit anerkennt". Italiens Außenminister Antonio Tajani schrieb bei X, er habe den israelischen Botschafter in Rom einbestellt. Das Gespräch sei für Montag geplant.

Kritik kam auch vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron. "Ich verurteile die Entscheidung der israelischen Polizei", erklärte Macron bei X. Das Vorgehen der Behörden in Israel passe in eine "ganze Reihe besorgniserregender Verstöße gegen den Status der heiligen Stätten", fügte Macron hinzu. Pizzaballa habe seine "volle Unterstützung".

Papst Leo XIV. äußerte sich nicht direkt zu dem Verbot. Stattdessen erinnerte er am Sonntag in seinem Angelusgebet in Rom an die Christen im Nahen Osten, "die in vielen Fällen die Riten dieser heiligen Tage nicht in vollem Umfang erleben können".

(S.A.Dudajev--DTZ)

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