Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen Boulevardmedien: Prinz Harry fordert "substantielle" Entschädigungen

Prozess gegen Boulevardmedien: Prinz Harry fordert "substantielle" Entschädigungen


Prozess gegen Boulevardmedien: Prinz Harry fordert "substantielle" Entschädigungen
Prozess gegen Boulevardmedien: Prinz Harry fordert "substantielle" Entschädigungen / Foto: © AFP

Vor dem Abschluss seines Prozesses gegen britische Boulevardzeitungen wegen fragwürdiger Recherchemethoden hat Prinz Harry hohe Entschädigungszahlungen verlangt. Harrys Anwaltsteam rief das Londoner Gericht in seiner Abschlusserklärung auf, das Medienunternehmen Associated Newspapers Ltd (ANL), Herausgeber der Boulevardzeitungen "Daily Mail" and "The Mail on Sunday", zu "substantiellen" Entschädigungszahlen an Harry und die sechs anderen Kläger, darunter Pop-Star Elton John und Schauspielerin Elizabeth Hurley, zu verurteilen.

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Der Prozess hatte vor neun Wochen begonnen. Nach den Abschlussplädoyers war für Dienstag der Prozessabschluss geplant. Das Urteil wird wahrscheinlich erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

Prinz Harry hatte in dem Prozess im Januar in einer emotionalen Aussage den ANL-Medien vorgeworfen, das Leben seiner Frau Meghan "zur Qual" gemacht zu haben. Er selbst habe sich wegen der Verfolgung durch die Medien "paranoid" gefühlt, führte Harry aus, der bei seiner Aussage den Tränen nahe war.

Hurley war während ihrer Aussage tatsächlich in Tränen ausgebrochen. Sie schilderte, zu dem "monströsen" Vorgehen der ANL-Medien habe das heimliche Anbringen von Abhörmikrofonen am Fenster ihres Esszimmers gehört.

Prinz Harry und die übrigen Klägerinnen und Kläger werfen dem Verlag ANL unter anderem vor, Privatdetektive angeheuert zu haben, um Autos und Wohnungen zu verwanzen sowie illegal private Telefongespräche abzuhören. Zudem hätten die Detektive falsche Identitäten angegeben, um an medizinische Unterlagen zu gelangen. Die Taten sollen zwischen 1993 und 2018 begangen worden sein.

Kläger-Anwalt David Sherborne sprach am Montag von einem "weitreichenden Einsatz privater Ermittler" zur Informationsbeschaffung. In dem Prozess hätten die "Daily Mail"-Journalisten nicht nachvollziehbar erklären können, woher sie die Exklusivinformationen in ihren Artikeln hatten. ANL wirft die Vorwürfe der Kläger allerdings zurück und versichert, seine Journalisten hätten legale Mittel genutzt und viel Arbeit investiert, um an exklusive Informationen über die Promis zu kommen.

Prinz Harry hat nicht zuletzt wegen des Todes seiner Mutter Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall infolge ihrer Verfolgung durch Paparazzi ein schwieriges Verhältnis zu den Medien. Der jüngere Sohn des heutigen britischen Königs Charles III. und seine Frau hatten sich 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen. Das Paar lebt mit seinen beiden Kindern in Meghans Heimat Kalifornien.

(M.Dylatov--DTZ)

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