Deutsche Tageszeitung - Linkspopulistische und pro-palästinensische EU-Abgeordnete im Visier der französischen Justiz

Linkspopulistische und pro-palästinensische EU-Abgeordnete im Visier der französischen Justiz


Linkspopulistische und pro-palästinensische EU-Abgeordnete im Visier der französischen Justiz
Linkspopulistische und pro-palästinensische EU-Abgeordnete im Visier der französischen Justiz / Foto: © AFP/Archiv

Nachdem die linkspopulistische und pro-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan in Frankreich wegen "Rechtfertigung von Terrorismus" erneut ins Visier der Justiz geraten ist, hat ihre Partei eine politisch motivierte "Verfolgung" angeprangert. "Innerhalb von zwei Jahren hat es 16 Verfahren gegen sie gegeben, von denen bereits 13 eingestellt wurden", sagte der Parteikoordinator von La France Insoumise (LFI - Unbeugsames Frankreich), Manuel Bompard, am Freitag dem Sender Sud Radio.

Textgröße ändern:

Die palästinensisch-französische Abgeordnete war am Donnerstag wegen eines weitergeposteten Beitrags zu einem anti-israelischen Anschlag vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden. In dem Beitrag ging es um einen japanischen Aktivisten, der an einem Anschlag mit 26 Toten 1972 in Tel Aviv beteiligt gewesen war. Hassan zitierte ihn mit den Worten, dass Widerstand im Fall von Unterdrückung "eine Pflicht" sei. Mehrere Organisationen, die sich im Kampf gegen Antisemitismus engagieren, hatten Hassan wegen "Rechtfertigung von Terrorismus" verklagt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fanden sich im Polizeigewahrsam bei der EU-Abgeordneten auch Sustanzen, "bei denen es sich um CBC und 3MMC (eine synthetische Droge) zu handeln scheint". Hassan bekannte sich zum Besitz von CBC, einem Hanfextrakt, und verwies darauf, dass dies in Frankreich "völlig legal" sei. Sie bestritt jedoch jeglichen Drogenbesitz.

LFI-Parteikoordinator Bompard prangerte daraufhin falsche Anschuldigungen an. "Sie wurde auf allen Sendern beschuldigt, Drogen besessen zu haben, obwohl dies eine Lüge ist", erklärte er. Dies habe das Ziel gehabt, "ihr Image zu beschmutzen", fügte er hinzu.

LFI-Parteigründer Jean-Luc Mélenchon kritisierte ein "übliches Zusammenspiel zwischen Justiz, Polizei und Medien", das das Ziel habe, "Aktivisten zu verfolgen, die sich für Palästina engagieren".

Hassan wurde am Donnerstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt und erhielt eine gerichtliche Vorladung für den 7. Juli wegen "online begangener Rechtfertigung von Terrorismus". Sie erschien am Freitag aber erneut in einer anderen Angelegenheit zum Verhör bei der Polizei. Worum es dabei ging, wurde zunächst nicht bekannt. Hassan wollte sich später am Tag in einer Pressekonferenz äußern.

Die 33-Jährige ist für ihre anti-israelische Haltung bekannt. Sie nahme bereits zweimal an Gaza-Hilfsflotten teil. Ein Auftritt von ihr an einer Hochschule in Lyon Mitte Februar war zum Ausgangspunkt einer Schlägerei zwischen rechts- und linksextremen Aktivisten geworden, bei denen der 23 Jahre alte Rechtsextremist Quentin Deranque getötet wurde.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Tödlicher Messerangriff in Freiburg: Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Nach einem tödlichen Messerangriff auf einen 74-Jährigen auf offener Straße in Freiburg ist der festgenommene Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft in der baden-württembergischen Stadt betonten am Donnerstag, es handle sich entgegen öffentlicher Annahmen um einen Einzeltäter. Der 30-Jährige soll sein Opfer am Dienstagabend erstochen haben, er kam am Mittwoch in Untersuchungshaft.

Berliner SPD-Spitzenkandidat Krach zu Ermittlungen: Habe niemals Geld angenommen

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat angesichts der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn alle Vorwürfe vehement zurückgewiesen. "Ich habe niemals privat Geld angenommen - und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender eine Spende angenommen", sagte Krach am Donnerstag vor Journalisten in der Bundeshauptstadt.

Arbeitsunfall in Bayern: 50-Jähriger von tonnenschwerem Betonteil erschlagen

Bei einem Arbeitsunfall ist in Bayern ein 50-Jähriger von einem tonnenschweren Betonteil erschlagen worden. Ein 29-jähriger Kollege des Manns wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei in Kempten am Donnerstag mitteilte. Demnach ereignete sich der Unfall am Mittwoch in einer Betriebshalle in Günzburg.

Anschlagspläne auf Synagoge: Jugendlicher IS-Sympathisant in Augsburg vor Gericht

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat vor dem Amtsgericht Augsburg der Prozess gegen einen jugendlichen mutmaßlichen IS-Sympathisanten begonnen, der Anschlagspläne auf eine Synagoge verfolgt haben soll. Wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte, gab der zur Tatzeit 15 Jahre alte Jugendliche nach Verlesung der Anklage eine Erklärung zu den Vorwürfen der Generalstaatsanwaltschaft München ab. Nachfragen habe er nicht beantwortet. Inhaltliche Angaben machte der Gerichtssprecher nicht.

Textgröße ändern: