Deutsche Tageszeitung - In Frankreich nimmt Prostitution Minderjähriger deutlich zu

In Frankreich nimmt Prostitution Minderjähriger deutlich zu


In Frankreich nimmt Prostitution Minderjähriger deutlich zu
In Frankreich nimmt Prostitution Minderjähriger deutlich zu / Foto: © AFP/Archiv

In Frankreich hat die Zahl der minderjährigen Prostituierten innerhalb von vier Jahren um gut 40 Prozent zugenommen. Im vergangenen Jahr erfassten die Behörden 704 Minderjährige, die sich für Sex verkauften. 94 Prozent von ihnen waren Mädchen. Mehr als die Hälfte von ihnen war zudem Opfer von Zuhälterei, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht einer nationalen Beobachtungsstelle für Gewalt gegen Frauen hervorgeht.

Textgröße ändern:

"Sexuelle Ausbeutung geht keineswegs zurück, sondern nimmt lediglich neue Formen an, und die Prostitution Minderjähriger ist heute eine ihrer alarmierendsten Ausprägungen", erklärte die beigeordnete Gleichstellungsministerin Aurore Bergé. In dem Zusammenhang spielten auch Onlinedienste eine immer größere Rolle. Etwa 86 Prozent der jungen Prostituierten ließen sich über Snapchat oder Online-Anzeigen von Kunden kontaktieren.

Jugendliche würden von der "Aussicht auf schnell verdientes Geld" angezogen, die in Onlinediensten verbreitet werde, sagt Michelle Meunier von der Organisation "Agir contre la prostitution des enfants" (Handeln gegen Kinderprostitution). Hinzu kämen Plattformen, auf denen Kunden pornografische Fotos oder Videos kaufen könnten. Dies zähle bislang nicht als Prostitution, da es keinen physischen Kontakt gibt. Allerdings ist ein Gesetz in der Debatte, um "sexuelle Ausbeutung im Internet" einfacher sanktionieren zu können.

Frankreich hatte vor zehn Jahren ein Gesetz verabschiedet, das Geldstrafen für Freier vorsieht. Es löste eine umstrittene Regelung ab, nach der das Anwerben von Kunden strafbar war.

Das französische Prostitutionsgesetz sieht eine Geldstrafe von 1500 Euro und im Wiederholungsfall von bis zu 3750 Euro vor, wird in der Praxis aber selten angewandt. Es war nach schwedischem Vorbild eingeführt worden, um nicht die Prostituierten, sondern deren Kunden strafbar zu machen.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

48-jähriger Verdächtiger nach Sabotageversuchen an Stromversorgung festgenommen

Im Zusammenhang mit den Sabotageversuchen an der Stromversorgung in mehreren Bundesländern ist der gesuchte Tatverdächtige festgenommen worden. Der 48-Jährige wurde am Dienstag im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler gefasst, wie die Polizei in Köln mitteilte. Der Mann hatte bei seiner Festnahme weitere Sprengmittel dabei und leistete keinen Widerstand.

Papstreise nach Frankreich: Eine Million Menschen in Paris erwartet

Zweieinhalb Wochen vor dem Papstbesuch in Frankreich rechnen die Organisatoren mit etwa einer Million Menschen in Paris. "Wir sind freudig überrascht von dem großen Interesse, wir werden natürlich niemanden abweisen", sagte der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich am Dienstag in Paris. Es wird damit gerechnet, dass die Teilnehmer der Papstmesse am 26. September die gesamte Prachtstraße Champs-Elysée einnehmen und noch hinter dem Triumphbogen Bildschirme aufgestellt werden.

Illegaler Handel: 165 Schusswaffen bei Razzien in Köln und Wuppertal beschlagnahmt

Insgesamt 165 halbautomatische Schusswaffen haben Ermittler bei Durchsuchungen wegen illegalen Waffenhandels in Köln und Wuppertal beschlagnahmt. Wie das zuständige Zollfahndungsamt im hessischen Frankfurt am Main am Dienstag mitteilte, wurden am Freitag in den nordrhein-westfälischen Städten zudem sechs Tatverdächtige festgenommen. Bei dem Einsatz wurden demnach Waffen mit einem Kaliber von neun Millimetern gefunden, bei denen es sich um Fälschungen von Markenfabrikaten handelte.

Erneuter Diebstahl von 18 Kilogramm schweren Bahnhofsuhren in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sind am Montag erneut Bahnhofsuhren gestohlen worden. Nachdem es bereits an den Bahnhöfen Goldberg und Höfingen zu Diebstählen kam, wurden nun an der Station Leutenbach/Nellmersbach zwei weitere Uhren entwendet, wie die Bundespolizei in Stuttgart mitteilte. Unbekannte Täter schraubten demnach die je 18 Kilogramm schweren Uhren in zweieinhalb Metern Höhe ab und nahmen diese mit.

Textgröße ändern: