Deutsche Tageszeitung - Erneut Schüsse an türkischer Schule: Mindestens vier Tote und 20 Verletzte

Erneut Schüsse an türkischer Schule: Mindestens vier Tote und 20 Verletzte


Erneut Schüsse an türkischer Schule: Mindestens vier Tote und 20 Verletzte
Erneut Schüsse an türkischer Schule: Mindestens vier Tote und 20 Verletzte / Foto: © DHA (Demiroren News Agency)/AFP

Nur einen Tag nach einem Schusswaffenangriff an einer Schule in der Türkei mit 16 Verletzten hat ein Schüler an einer anderen Schule des Landes vier Menschen erschossen. Bei den Todesopfern handele es sich um drei Schüler und einen Lehrer, sagte der Gouverneur der südlichen Provinz Kahramanmaras, Mükerrem Unlüer, am Mittwoch. Auch der Schütze, ein 13 oder 14 Jahre alter Junge, sei tot. Mindestens 20 weitere Menschen wurden demnach verletzt.

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Der Angreifer habe am Mittwochmorgen in der Provinzhauptstadt Kahramanmaras, die den gleichen Namen wie die Provinz trägt, mehrere Schusswaffen im Rucksack mit in die Schule gebracht, erklärte der Gouverneur. Der Teenager habe in zwei Klassenzimmern wahllos um sich geschossen. Es werde davon ausgegangen, dass die Waffen dem Vater des Täters gehörten, einem ehemaligen Schützen. Vier der insgesamt 20 Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand, fügte Unlüer hinzu.

Zeugen sprachen gegenüber örtlichen Medien von zahlreichen Schüssen. Von der Nachrichtenagentur IHA verbreitete Aufnahmen zeigten, wie ein zugedeckter Körper in einem Krankenwagen weggebracht wurde, an der Schule waren weinende Eltern zu sehen. Vor dem Gebäude standen mehrere Krankenwagen bereit.

Erst am Dienstag hatte ein junger Mann an seiner ehemaligen Schule in der südöstlichen Provinz Sanliurfa mit einer Schusswaffe 16 Menschen verletzt und anschließend Suizid begangen. Bei den Verletzten handelte es sich nach Angaben des Innenministerium um zehn Schüler, vier Lehrer, einen Polizisten und einen Kantinenmitarbeiter.

Derartige Schusswaffenangriffe kommen in der Türkei relativ selten vor. Im Mai 2023 hatte ein verwiesener Schüler an seiner früheren Schule den 74-jährigen Direktor erschossen. Nach seiner Flucht wurde der Angreifer festgenommen. Die Gewalttat löste landesweit Diskussionen aus. Tausende Lehrer demonstrierten in Istanbul für bessere Sicherheitsvorkehrungen an Schulen.

In der Türkei gelten strenge Waffengesetze. Der Besitz einer Schusswaffe erfordert eine Registrierung und einen Waffenschein inklusive einem Nachweis der psychologischen Eignung sowie eine Überprüfung auf mögliche Vorstrafen.

Auf illegalen Waffenbesitz stehen strenge Strafen. Laut den Schätzungen einer türkischen Stiftung sind in der Türkei allerdings dennoch zahlreiche Schusswaffen im Umlauf, die meisten davon illegal.

(V.Sørensen--DTZ)

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