Deutsche Tageszeitung - Angeklagte in Mordfall Fabian aus Güstrow will sich zu Vorwürfen nicht äußern

Angeklagte in Mordfall Fabian aus Güstrow will sich zu Vorwürfen nicht äußern


Angeklagte in Mordfall Fabian aus Güstrow will sich zu Vorwürfen nicht äußern
Angeklagte in Mordfall Fabian aus Güstrow will sich zu Vorwürfen nicht äußern / Foto: © AFP/Archiv

Begleitet von einem großen Publikums- und Medieninteresse hat am Landgericht Rostock der Prozess gegen eine Frau begonnen, die im Oktober 2025 den achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft warf der 30-jährigen Exfreundin von Fabians Vater am Dienstag in ihrer Anklage vor, das Kind heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet zu haben.

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Demnach soll sie Fabian, der am Tattag, einem Freitag, allein zu Hause war, aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt haben und mit ihm aus der Stadt gefahren sein. In der Nähe des Dorfs Klein Upahl 15 Kilometer südlich von Güstrow stellte sie laut Anklage ihr Handy ab und lief mit Fabian zu einem Tümpel.

Dort soll sie dem Jungen mit einem Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge mindestens sechs Stiche versetzt haben, zwei davon ins Herz. Später kehrte sie noch einmal zum Tatort zurück und setzte den Leichnam mit flüssigem Grillanzünder in Brand, um Spuren zu beseitigen.

Laut Anklage hatten sich die Angeklagte und Fabians Vater im August 2025 getrennt. Kurz vor der Tat soll der Vater der Angeklagten klargemacht haben, dass er die Beziehung nicht wieder aufnehmen wolle, weil er Angst habe, dann den Kontakt zu Fabian zu verlieren.

Die Angeklagte sei an der Beziehung interessiert gewesen, weil sie befürchtet habe, "ihren bisherigen Lebensstil nicht weiter fortführen zu können", befand die Staatsanwaltschaft. Sie habe das Leben Fabians "bedenkenlos" vernichtet - in der vagen Hoffnung, die "für sie auch monetär vorteillhafte" Beziehung zu dessen Vater wieder aufnehmen zu können.

Die Verteidiger teilten mit, dass sich die Angeklagte zur Sache nicht äußern wolle. Die Mutter hatte Fabian am 10. Oktober als vermisst gemeldet, nachdem sie am frühen Abend nach Hause gekommen war und der Junge nicht dort war.

Polizei, Feuerwehren, Rettungskräfte und private Helfer suchten tagelang das Stadtgebiet und auch die Ufer des Güstrower Inselsees ab – unter anderem mit Hubschraubern und Leichensuchhunden. Vier Tage nach Fabians Verschwinden wurde seine Leiche gefunden.

Wie die Staatsanwaltschaft später bestätigte, hatte die Angeklagte den Jungen ihren damaligen Angaben zufolge angeblich während eines Spaziergangs entdeckt. In einem Gespräch mit einem Fernsehteam bestritt sie kurz darauf allerdings, mit dem Tod des Kinds etwas zu tun zu haben.

Die 30-Jährige wurde am 7. November verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Im März erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, nachdem die Mordkommission nach eigenen Angaben rund tausend Spuren und mehr als 60 Zeugenaussagen ausgewertet hatte.

Der Prozess wurde zunächst bis Anfang Juli terminiert. Laut Gericht sollen die Mutter und der Vater Fabians als Zeugen aussagen. Die Eltern trennten sich bereits vor Jahren. Die Mutter tritt im Prozess auch als Nebenklägerin auf.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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