Deutsche Tageszeitung - Aufrufe zu Anschlägen auf Politiker: Prozess gegen Reichsbürger in Düsseldorf

Aufrufe zu Anschlägen auf Politiker: Prozess gegen Reichsbürger in Düsseldorf


Aufrufe zu Anschlägen auf Politiker: Prozess gegen Reichsbürger in Düsseldorf
Aufrufe zu Anschlägen auf Politiker: Prozess gegen Reichsbürger in Düsseldorf / Foto: © AFP/Archiv

Wegen der Veröffentlichung von Todeslisten mit Namen von Politikern hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen einen mutmaßlichen Reichsbürger begonnen. Zum Verhandlungsbeginn wurde am Montag die Anklage verlesen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im sogenannten Darknet zu Anschlägen auf Menschen des öffentlichen Lebens, Politiker und Amtsträger aufgerufen zu haben.

Textgröße ändern:

Auf einer von ihm anonym betriebenen Plattform veröffentlichte der Mann demnach unter anderem Namenslisten, von ihm selbst ausgesprochene Todesurteile und Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen. Nach früheren Angaben standen unter anderem die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Nachfolger, Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), auf der Liste.

Zudem forderte der Beschuldigte Spenden in Kryptowährung ein, die dann als "Kopfgeld" für die Tötung der Zielpersonen ausgelobt werden sollten. Die Plattform enthielt auch noch weitere Informationen mit sensiblen personenbezogenen Daten potentieller Opfer. Mit dem Aufruf zu Anschlägen habe der deutsch-polnische Staatsangehörige beabsichtigt, die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu destabilisieren, erklärte der Generalbundesanwalt.

Die Anklage wegen Terrorismusfinanzierung, Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie des gefährdenden Verbreitens personenbezogener Daten wird vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts verhandelt. Bislang sind weitere Termine bis Mitte Juli vorgesehen. Der Beschuldigte befindet sich seit seiner Festnahme im vergangenen November in Untersuchungshaft.

Die Szene der sogenannten Reichsbürger überschneidet sich teilweise mit dem rechtsextremistischen Spektrum. Teile des Milieus gelten als gewaltbereit, in den vergangenen Jahren deckten Sicherheitsbehörden unter anderem mehrfach gewaltsame Umsturzbestrebungen auf. Die Szene besteht aus verschiedenen Gruppierungen und teils unorganisierten Einzelvertretern. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Bundesrepublik nicht als legitimen Staat anerkennen. Dies geht oft mit dem Glauben an Verschwörungserzählungen und rechtsextremem Gedankengut einher.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Hantavirus: 149 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff vor Kapverden fest

Nach einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem vor den Kapverden liegenden Kreuzfahrtschiff weigern sich die kapverdischen Behörden, die Passagiere an Land zu lassen. "Zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung" dürften die Passagiere der "MV Hondius" nicht von Bord gehen, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, in einem Radiointerview. Das Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expeditions erklärte daraufhin am Montag, die 149 Passagiere und Besatzungsmitglieder sollten möglicherweise auf den Kanaren von Bord gehen können.

Gaza-Hilfsflotte: Italienische Justiz ermittelt wegen Freiheitsberaubung

Wegen der Festnahme von Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte durch Israel hat die Staatsanwaltschaft Rom laut italienischen Medien Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung aufgenommen. Den Berichten vom Montag zufolge wurden bei der italienischen Justiz drei Anzeigen eingereicht, nachdem israelische Streitkräfte am vergangenen Donnerstag die Flotte im Mittelmeer festgesetzt und zwei Aktivisten zur Befragung nach Israel gebracht hatten. Die beiden Männer hatten sich zum Zeitpunkt der Festnahme auf einem Schiff unter italienischer Flagge befunden.

Auf der Suche nach Hund: Frau durch Selbstschussanlage in Gommern schwer verletzt

Auf der Suche nach ihrem Hund ist eine Frau in Sachsen-Anhalt durch eine Selbstschussanlage auf einem fremden Grundstück schwer verletzt worden. Die 54-Jährige kam in ein Krankenhaus und befand sich am Montag außer Lebensgefahr, wie das Polizeirevier Jerichower Land in Burg mitteilte.

Unfall bei Zurücksetzen aus Einfahrt: Familienvater überfährt Tochter in Bayern

Ein Familienvater hat im oberbayerischen Schechen seine Tochter versehentlich mit einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Das Kind im Vorschulalter sei noch in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei in Rosenheim am Montag mit. Dort habe aber nur noch dessen Tod festgestellt werden können.

Textgröße ändern: