Deutsche Tageszeitung - Hantavirus: 149 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff vor Kapverden fest

Hantavirus: 149 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff vor Kapverden fest


Hantavirus: 149 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff vor Kapverden fest
Hantavirus: 149 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff vor Kapverden fest / Foto: © AFP

Nach einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem vor den Kapverden liegenden Kreuzfahrtschiff weigern sich die kapverdischen Behörden, die Passagiere an Land zu lassen. "Zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung" dürften die Passagiere der "MV Hondius" nicht von Bord gehen, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, in einem Radiointerview. Das Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expeditions erklärte daraufhin am Montag, die 149 Passagiere und Besatzungsmitglieder sollten möglicherweise auf den Kanaren von Bord gehen können.

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Drei Passagiere des Kreuzfahrtschiffs waren zuvor nach einem mutmaßlichen Ausbruch des Hantavirus gestorben, das schwere Atemwegserkrankungen auslösen kann. Ein positiv auf das Virus getesteter Passagier liegt im südafrikanischen Johannesburg auf der Intensivstation, zwei weitere Passagiere sind erkrankt und brauchen nach Angaben des niederländischen Kreuzfahrtunternehmens "dringend medizinische Behandlung".

Die niederländischen Behörden bemühten sich nach eigenen Angaben am Montag gemeinsam mit dem Unternehmen um eine medizinische Evakuierung. Dazu müssen die Betroffenen allerdings zunächst an Land gebracht werden.

An Bord gälten strikte Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, die Erkrankten würden isoliert und medizinisch betreut, betonte Oceanwide Expeditions. Da die Kapverden dem Schiff die Einfahrt verweigerten, solle die "MV Hondius" voraussichtlich zu den Kanarischen Inseln weiterfahren. Es werde geprüft, ob die Passagiere auf Las Palmas oder Teneriffa von Bord gehen könnten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte unterdessen, nach dem Virus-Ausbruch bestehe kein Grund zur Beunruhigung. "Die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bleibt weiterhin niedrig", erklärte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Es gebe "keinen Anlass zur Panik oder zu Reisebeschränkungen".

Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen schwere Atemwegserkrankungen aus. In seltenen Fällen ist nach Angaben der WHO jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Die "MV Hondius" hatte eine Reise von Ushuaia im argentinischen Feuerland zu den vor der Küste Westafrikas liegenden Kapverdischen Inseln unternommen.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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