Deutsche Tageszeitung - Staatsanwältin während Urteilsverkündung in Hessen von Angeklagtem angegriffen

Staatsanwältin während Urteilsverkündung in Hessen von Angeklagtem angegriffen


Staatsanwältin während Urteilsverkündung in Hessen von Angeklagtem angegriffen
Staatsanwältin während Urteilsverkündung in Hessen von Angeklagtem angegriffen / Foto: © AFP/Archiv

Eine Staatsanwältin ist in Hessen bei einer Urteilsverkündung vor dem Landgericht Hanau von einem Angeklagten angegriffen und verletzt worden. Die Frau erlitt Verletzungen am Kopf und an den Armen, wie das Landgericht, die Generalstaatsanwaltschaft Hessen und das Justizministerium am Donnerstag mitteilten. Zudem wurden zwei Justizbeamte verletzt.

Textgröße ändern:

Den Behörden zufolge sei der mit Handschellen gefesselte Angeklagte am Mittwoch bei der Urteilsverkündung plötzlich über seinen Tisch gesprungen und auf die Staatsanwältin zugestürmt. Er habe sie auf den Kopf geschlagen und verletzt. Einer der Wachtmeister habe den Angeklagten in den Schwitzkasten genommen und den Angriff so beendet.

Die Frau wurde anschließend medizinisch versorgt. Etwa eine Stunde später konnte die Urteilsverkündung unter Polizeipräsenz beendet werden. In dem Verfahren ging es um gefährliche Körperverletzung. Gegen den Mann wurde eine Haftstrafe und eine anschließende Sicherungsverwahrung verhängt.

"Der Angriff auf die Staatsanwältin und die Wachtmeister macht mich fassungslos", erklärte Justizminister Christian Heinz (CDU). Wer Justizmitarbeiter angreife, greife den Rechtsstaat an. Seine Gedanken seien bei den Beamten. "Ich hoffe sehr, dass sie sich von dem Angriff schnell erholen", fügte Heinz hinzu. Er kündigte an, die Staatsanwältin in der kommenden Woche zu besuchen und den Wachtmeistern für den Einsatz zu danken.

"Über den Angriff auf eine Staatsanwältin und zwei Justizwachtmeister während einer laufenden Hauptverhandlung bin ich zutiefst schockiert", erklärte Generalstaatsanwalt Torsten Kunze. "Wir dürfen nie vergessen, dass hinter jeder Robe und Uniform nicht bloß ein Justizbediensteter, sondern in erster Linie ein Mensch steht", ergänzte er.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Frau stirbt nach Attacke mit Messer und Feuer durch Ehemann in Stuttgart

Sechs Wochen nach einer Messer- und Brandattacke durch ihren Ehemann ist eine Frau in Stuttgart an ihren schweren Verletzungen gestorben. Der 54 Jahre alte Tatverdächtige soll sie am 23. Juli an ihrem Arbeitsplatz in einem Einkaufszentrum angegriffen haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Er habe die 47-Jährige erst mit einem Messer angegriffen und dann angezündet.

Ermittlungen nach Angriffen auf Umspannwerke wegen Anschlagsverdachts

Nach den Angriffen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg wird in beiden Fällen wegen des Verdachts von Anschlägen auf die kritische Infrastruktur ermittelt. "Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf vor Journalisten. Die Polizei sprach von einem "Anschlagsgeschehen". In Brandenburg ermitteln die Beamten unter anderem wegen Terrorverdachts. Ein Zusammenhang wurde geprüft.

Zwei Leichen in Mehrfamilienhaus in Bayern: Haftbefehl gegen Verdächtigen

Nach dem Fund zweier Leichen in einem Mehrfamilienhaus im bayerischen Geretsried ist der Tatverdächtige identifiziert. Gegen den 19 Jahre alten Sohn beziehungsweise Enkel der Opfer wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, wie die Polizei in Rosenheim am Mittwoch mitteilte. Demnach soll er für den Tod der Frau und ihres erwachsenen Sohns verantwortlich sein.

Stallbrand in Niedersachsen: 120 Schweine verenden

Bei einem Stallbrand in Niedersachsen sind 120 Schweine verendet. Keines der Tiere im Stall überlebte, wie die Polizei in Cloppenburg am Mittwoch mitteilte. Demnach brach das Feuer am Dienstagvormittag in Molbergen aus. Wegen des starken Rauchs sollten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten. Rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Textgröße ändern: