Deutsche Tageszeitung - Internet im Iran teilweise wiederhergestellt

Internet im Iran teilweise wiederhergestellt


Internet im Iran teilweise wiederhergestellt
Internet im Iran teilweise wiederhergestellt / Foto: © AFP/Archiv

Drei Monate nach Beginn des Iran-Krieges haben die Behörden des Landes das Internet teilweise wiederhergestellt. Vizepräsident Mohammed Resa Aref erklärte am Dienstag im Onlinedienst X, die Regierung erfülle damit "die Forderungen der Iraner". Dies sei der "erste Schritt in Richtung eines freien und regulierten Zugangs" zum Internet. Seit Beginn der Angriffe Israels und der USA Ende Februar war das Netz im Iran blockiert gewesen.

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Auch die staatlichen Nachrichtenagenturen Irna und Fars erklärten, dass Nutzer von Festnetzanschlüssen jetzt wieder vollen Zugang zum Internet hätten. Die Organisation Netblocks, welche die weltweiten Internetaktivitäten überwacht, bestätigte zwar, dass Live-Werte eine "teilweise Wiederherstellung" anzeigten. Es sei aber unklar, ob dies von Dauer sei.

Internetnutzer im Iran berichteten, das über Festnetzanschlüsse bereitgestellte Internet funktioniere wieder. Der Zugriff auf mobile Daten sei aber weiter unterbrochen. Andere Bürger berichteten, dass der Zugang auch von zu Hause aus lückenhaft bleibe.

Zunächst war im Iran am 8. Januar eine Internetsperre verhängt worden. Aktivisten zufolge wollte die Regierung damit verhindern, dass sich die Demonstranten bei den damaligen landesweiten Protesten gegen die Führung in Teheran vernetzen konnten. Der jetzt aufgehobene Shutdown war in Folge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar verhängt worden.

Laut Netblocks handelt es sich um die längste jemals in einem Land verzeichnete Internetabschaltung. Der Shutdown erschwerte es Iranern massiv, sich durch unabhängige Quellen über die Lage zu informieren und Kontakt zur Außenwelt zu halten. Sie konnten seitdem lediglich Plattformen und Websites des nationalen Internets besuchen.

Die Internetsperren hatten auch innerhalb der iranischen Führung zu Debatten geführt. So hatte Präsident Massud Peseschkian eine Aufhebung der Sperre befürwortet, um die Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. Der Staatschef hatte am Montag ein entsprechendes Dekret übermittelt, mit dem die Blockade jetzt beendet wurde.

Am Dienstag suspendierte die iranische Justiz das dafür verantwortliche Präsidialgremium allerdings. Die Entscheidung sei auf "eingegangene Beschwerden" zurückzuführen, hieß es dazu auf der Justizwebseite Misan. Wer die Beschwerden eingereicht hatte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch wurden keine weiteren Einzelheiten genannt.

Der Zugang zu ausländischen Apps wie Instagram, Whatsapp, Youtube oder Telegram ist im Iran seit längerem nur über VPN-Verbindungen möglich. Auch der Onlinedienst X ist für die Bürger verboten.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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