Deutsche Tageszeitung - Zu Selbstverletzung genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten ab Juni

Zu Selbstverletzung genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten ab Juni


Zu Selbstverletzung genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten ab Juni
Zu Selbstverletzung genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten ab Juni / Foto: © AFP/Archiv

Weil er Mädchen im Internet zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt haben soll, muss sich ein mittlerweile 18-Jähriger ab Mitte Juni vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Die Anklage der Staatsanwaltschaft sei zur Hauptverhandlung zugelassen worden, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Der Prozess soll am 16. Juni beginnen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

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Laut Anklage soll der Beschuldigte zwischen Mai 2023 und März 2024 sieben Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren "emotional manipuliert und sie durch zuvor erlangte persönliche Informationen und kompromittierende Aufnahmen zu immer gravierenderen Verhaltensweisen gezwungen" haben. Unter anderem hätten sich Opfer Namen in die Haut geritzt. Laut Gericht sind mehr als 50 Taten angeklagt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft orientierte sich der Angeklagte am Vorbild des globalen Onlinesadistennetzwerks 764, zu dem auch ein als "White Tiger" bekannt gewordener Beschuldigter gehört, der sich seit Januar vor dem Landgericht Hamburg unter anderem wegen Mordes verantworten muss. Verbindungen zu diesem bestehen den Ermittlungen zufolge jedoch nicht.

Die Behörde wirft dem zur Tatzeit noch jugendlichen Angeklagten unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzungen in mittelbarer Täterschaft vor. Dazu kommen mutmaßliche gewaltsame Attacken auf Männer aus "vermutlich homophoben Motiven". So soll der Beschuldigte zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 in Hamburg über Datingportale für Homosexuelle insgesamt elf Treffen vereinbart haben, bei denen er die Geschädigten dann überraschend angriff und körperlich verletzte.

Die mutmaßlichen Taten beging der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft teilweise allein und teilweise mit Mittätern in von ihm gegründeten Social-Media-Gruppen. Insgesamt wurden für die Verhandlung zunächst 16 Termine bis Mitte September anberaumt.

(P.Hansen--DTZ)

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