Deutsche Tageszeitung - Tod von Zweijähriger in Halle: Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt

Tod von Zweijähriger in Halle: Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt


Tod von Zweijähriger in Halle: Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt
Tod von Zweijähriger in Halle: Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Wegen des Tods eines mit heißem Wasser verbrühten Kleinkinds in Halle in Sachsen-Anhalt ist der Vater des Mädchens zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Halle sprach den Angeklagten am Freitag in einem Revisionsverfahren der fahrlässigen Körperverletzung und der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Damit fiel das Strafmaß höher aus als in einem ersten Prozess, der mit drei Jahren Haft für den Mann geendet hatte.

Textgröße ändern:

Laut Anklage hatte der Mann das Kind vor gut zwei Jahren in der Wohnung der Familie, wo er zu diesem Zeitpunkt allein mit seinen drei Töchtern war, in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne getaucht. Er habe dem kleinen Mädchen eine Lektion erteilen wollen, weil es sich zuvor beschmutzt hatte. Das Kind starb zwei Tage später an seinen Verletzungen.

Im ersten Verfahren Ende 2024 urteilte das Landgericht, der Vater habe seine Tochter beim Duschen oder Baden mit heißem Wasser verbrüht. Das Gericht sah einen Vorsatz aber nicht als erwiesen an und verurteilte den Vater daher wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen sowie fahrlässiger Körperverletzung.

Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hin hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und verwies den Fall zur neuerlichen Verhandlung zurück nach Halle. Die Ankläger fochten die erstinstanzliche Entscheidung, wonach der Angeklagte ohne Verletzungsvorsatz gehandelt habe, nun erfolgreich an.

Die Ehefrau des Angeklagten wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Im ersten Verfahren war die Mutter des Kinds zu einer Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung, die Großmutter zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und für die Angeklagte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Die Verteidigung forderte eine deutlich geringere Strafe.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Geiselnahme in Berlin beendet - Täter mit Taser überwältigt

Die nächtliche Geiselnahme in einem Supermarkt in Berlin ist beendet. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte den Täter am Samstagmorgen, wie Polizeisprecher Florian Nath mitteilte. Der Mann hatte in dem Geschäft eine Frau gegen 22.00 Uhr am Freitagabend in seine Gewalt gebracht.

Mehr als 14.000 Menschen bringen sich in Taiwan vor Taifun "Bavi" in Sicherheit

Wegen des herannahenden Taifuns "Bavi" haben sich mehr als 14.000 Menschen im Norden Taiwans in Sicherheit gebracht. Mehr als 27.000 Haushalte waren am Samstag ohne Strom; zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. In der Hafenstadt Keelung östlich der Hauptstadt Taipeh waren bei starkem Wind und Regenfällen nur wenige Menschen auf der Straße.

Geiselnahme in Berlin: Mann hält Frau in Supermarkt seit Stunden in seiner Gewalt

Ein Mann hat in einem Supermarkt in Berlin eine Frau als Geisel genommen. Der Täter verschanze sich nach wie vor mit der Frau in dem Geschäft im Stadtteil Marienfelde, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen der Nachrichtenagentur AFP. Der Mann hatte die Geisel am Freitagabend gegen 22.00 Uhr in seine Gewalt gebracht.

Zahl der Erdbeben-Toten in Venezuela steigt auf über 4000

Gut zwei Wochen nach dem schweren Doppel-Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 4000 gestiegen. Bislang seien 4118 Todesopfer gemeldet worden, teilte am Freitag Parlamentspräsident Jorge Rodríguez mit. Die Zahl der Verletzten liege bei 16.740. Zudem werden noch immer tausende Menschen vermisst, zu deren genauer Zahl machte die Regierung aber weiter keine Angaben.

Textgröße ändern: