Deutsche Tageszeitung - Bundestag wählt Juristen Hennemann zum neuen Bundesdatenschutzbeauftragten

Bundestag wählt Juristen Hennemann zum neuen Bundesdatenschutzbeauftragten


Bundestag wählt Juristen Hennemann zum neuen Bundesdatenschutzbeauftragten
Bundestag wählt Juristen Hennemann zum neuen Bundesdatenschutzbeauftragten / Foto: © AFP/Archiv

Der Bundestag hat den Freiburger Rechtswissenschaftler Moritz Hennemann zum neuen Bundesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Hennemann erhielt am Donnerstag klar die notwendige Kanzlermehrheit, also die Stimmen von mehr als der Hälfte der Mitglieder des Bundestags. Gegenkandidaten gab es nicht. Der 41-Jährige soll zum 1. Oktober sein Amt antreten und wäre dann für fünf Jahre Deutschlands oberster Datenschützer.

Textgröße ändern:

Hennemann war auf Vorschlag der Union nominiert worden, der Koalitionspartner SPD unterstützte dies. Er folgt auf die erst im Mai 2024 gewählte Amtsinhaberin Louisa Specht-Riemenschneider, die aus Gesundheitsgründen ihren Rücktritt angekündigt hat.

Specht-Riemenschneider, die zusammen mit Hennemann auf der Bundestagstribüne saß, gratulierte ihm direkt nach der Wahl auch schriftlich über ihre Behörde und sprach von einem "hervorragenden Nachfolger". Sie "kenne und schätze Moritz Hennemann als sehr klugen und äußerst engagierten Kollegen", erklärte Specht-Riemenschneider, die zusammen mit Hennemann juristische Publikationen zum Datenrecht verfasst hat. Ihre Behörde bekräftigte, sie werde ihre Amtsgeschäfte "bis zum Ablauf des 30. September 2026 weiterführen".

Für Hennemann votierten per Stimmkarte 391 Abgeordnete und damit mehr als die aktuelle Koalitionsmehrheit von 328 Abgeordneten. Gegen Hennemann stimmten 122 Abgeordnete, 77 enthielten sich. Nötig für die Kanzlermehrheit zur Wahl wären 316 Stimmen gewesen.

Der 1985 geborene Hennemann ist seit Oktober 2023 Professor für Informations-, Medien- und Internetrecht an der Universität Freiburg. Er studierte dann Rechtswissenschaften in Heidelberg, Krakau, Oxford und Freiburg. Seine Promotionsarbeit beschäftigte sich mit dem Thema "Urheberrechtsdurchsetzung und Internet". Hennemann gilt als Pragmatiker in Sachen Datenschutz und hat in der Vergangenheit vor negativen Folgen einer zu starken Regulierung gewarnt.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Journalisten von US-Militärzeitung klagen gegen ihre Entlassung durch das Pentagon

Nach der Entlassung von führenden Mitarbeitern der traditionsreichen Militärzeitung "Stars and Stripes" durch das US-Verteidigungsministerium gehen die drei Betroffenen juristisch dagegen vor. Wie aus einer Klageschrift hervorgeht, die die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag einsehen konnte, werfen Chefredakteur Erik Slavin, der langjährige Herausgeber Max Lederer und die Reporterin Lara Korte dem Pentagon eine "eklatante Verletzung" ihres in der US-Verfassung verbrieften Rechts auf freie Meinungsäußerung vor.

Fast 400 Tote nach Sturzflut am Himalaya geborgen - 1400 Menschen vermisst

Nach der verheerenden Sturzflut am Himalaya hat sich die Zahl der Toten auf nahezu 400 erhöht. In Nepal wurden 389 Leichen geborgen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. In Tibet kamen nach Angaben der chinesischen Behörden drei Menschen ums Leben. Nach einem mutmaßlichen Gletscherabbruch war am Mittwoch eine riesige Sturzflut aus Wasser und Schlamm fast 170 Kilometer weit durch Nepal geströmt und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Helfer suchten in den Schlammmassen nach mehr als 1400 Vermissten, unter ihnen zahlreiche Ausländer.

Zahl der Toten nach Sturzflut am Himalaya erhöht sich auf fast 400

Nach der verheerenden Sturzflut am Himalaya hat sich die Zahl der Toten auf nahezu 400 erhöht. Die nepalesische Polizei erklärte am Donnerstag, 392 Leichen geborgen zu haben. Chinesische Medien gaben die Zahl der Toten mit drei an. Den nepalesischen Behörden zufolge wurden 910 Menschen vermisst, unter ihnen 517 Ausländer. Die chinesischen Behörden geben die Zahl der Vermissten in Tibet mit 558 an, darunter 260 Ausländer.

Zwei Todesopfer an Brandenburger Schule: 19-jähriger Tatverdächtiger festgenommen

In Brandenburg ist ein 19-Jähriger unter dem dringenden Verdacht festgenommen worden, zwei Menschen an einer Schule getötet zu haben. Die Gewalttat ereignete sich am Donnerstagnachmittag in der Gemeinde Gosen-Neu Zittau an der Landesgrenze zu Berlin, wie die Polizei in Frankfurt an der Oder mitteilte. Am Tatort fanden Beamte die beiden Toten.

Textgröße ändern: