Deutsche Tageszeitung - Raubkopienportal movie2k: Justiz zieht Millionenbetrag von Verurteiltem ein

Raubkopienportal movie2k: Justiz zieht Millionenbetrag von Verurteiltem ein


Raubkopienportal movie2k: Justiz zieht Millionenbetrag von Verurteiltem ein
Raubkopienportal movie2k: Justiz zieht Millionenbetrag von Verurteiltem ein / Foto: © AFP/Archiv

Im Fall des ehemals führenden deutschen Raubkopienportals movie2k hat die Justiz bei einem Mittäter erstmals Taterlöse von mehr als zweieinhalb Millionen Euro eingezogen. Der 44-jährige Immobilienmakler aus Berlin wurde im April vom Amtsgericht Leipzig wegen Geldwäsche zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Montag mitteilte.

Textgröße ändern:

Es handelt sich um den Schulfreund eines Hauptbetreibers von movie2k. Er hatte demnach Erlöse aus dem illegalen Betrieb des Raubkopienportals unter anderem durch Immobilienkäufe verschleiert.

In einem weiteren Verfahren in dem Komplex wurden bereits einer der beiden Hauptbetreiber und ein anderer Mittäter verurteilt. Das Verfahren gegen den anderen Hauptbetreiber von movie2k läuft derzeit noch vor dem Landgericht Leipzig. Das illegale Streamingportal wurde 2013 abgeschaltet, erst Jahre danach wurden die Betreiber gefasst.

Der Anklage zufolge hatten die Verdächtigen durch den Betrieb der illegalen Streamingplattform durch Zahlungen von Nutzern und Werbeeinnahmen Millionenbeträge eingenommen. Die illegalen Einnahmen wurden demnach in die Krytowährung Bitcoin investiert. 2024 beschlagnahmten die Behörden fast 50.000 Bitcoins. Einer der Angeklagten gab sie damals freiwillig zurück. Es handelte sich um die bis dahin größte in Deutschland durch Behörden gesicherte Bitcoin-Menge.

Im Prozess vor dem Landgericht Leipzig geht es auch um dieses Geld. Der Freistaat Sachsen verkaufte die Bitcoins damals zum aktuellen Wert für rund 2,64 Milliarden Euro. Es handelte sich um eine sogenannte Notveräußerung, um mutmaßlich aus kriminellen Aktivitäten stammende Vermögenswerte zu sichern. Bis zum Abschluss des Strafverfahrens liegt das Geld auf einem Verwahrkonto. In dem Prozess entscheidet sich daher auch, ob die Milliardensumme dem sächsischen Landeshaushalt zugute kommen wird.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Arbeiter in Brandenburg stürzt von Baugerüst und stirbt

Ein Bauarbeiter ist in Brandenburg von einem Gerüst gefallen und gestorben. Das Unglück ereignete sich am Mittwochmittag in Oranienburg, wie die Polizei am Donnerstag in Neuruppin mitteilte. Der 52-Jährige befand sich auf Höhe der vierten Etage und stürzte aus zunächst unklarer Ursache in die Tiefe.

31-Jähriger wegen Hackerangriffs auf deutsche Rosneft-Tochter verurteilt

Wegen eines Hackerangriffs auf das deutsche Tochterunternehmen des russischen Konzerns Rosneft ist ein Mann in Berlin zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach ihn des Ausspähens von Daten in zwei Fällen schuldig, davon in einem Fall in Tateinheit mit sogenannter Computersabotage, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte.

Suche nach mehr als 1300 Vermissten nach Sturzflut am Himalaya - Acht Deutsche vermisst

Nach den verheerenden Sturzfluten im Himalaya suchen Rettungskräfte in Schlamm und Geröll nach mehr als 1300 Vermissten, darunter mindestens acht Deutsche und hunderte weitere Touristen aus aller Welt. Bis Donnerstag wurden mehr als 270 Tote geborgen, die weitaus meisten davon in Nepal. Experten warnten vor möglichen weiteren Flutwellen.

Tödliche Messerattacke auf Mann in Uelzen: Zehn Jahre Haft wegen Totschlags

Nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Mann im niedersächsischen Uelzen ist ein 27-Jähriger zu zehn Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Das entschied das Landgericht Lüneburg nach Angaben einer Sprecherin vom Donnerstag. Der Beschuldigte hatte einen algerischen Staatsbürger im Januar auf offener Straße mit einem Küchenmesser tödlich verletzt. Angeklagt war die Tat als Mord aus fremdenfeindlichem Motiv, davon war die Kammer nach der Beweisaufnahme allerdings nicht überzeugt.

Textgröße ändern: