Deutsche Tageszeitung - Schauspielerin Isabelle Adjani wegen Steuerbetrugs zu Bewährungsstrafe verurteilt

Schauspielerin Isabelle Adjani wegen Steuerbetrugs zu Bewährungsstrafe verurteilt


Schauspielerin Isabelle Adjani wegen Steuerbetrugs zu Bewährungsstrafe verurteilt
Schauspielerin Isabelle Adjani wegen Steuerbetrugs zu Bewährungsstrafe verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Die französische Schauspielerin Isabelle Adjani ist in einem Berufungsverfahren wegen schwerer Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter legten ihr am Mittwoch zudem eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro auf. Damit blieben sie deutlich hinter dem Strafmaß der ersten Instanz zurück: 2023 war die Schauspielerin zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 250.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Textgröße ändern:

Adjanis Anwalt zeigte sich über die verringerte Strafe "äußerst erleichtert", kündigte aber an, das oberste Berufungsgericht anzurufen.

Die Richter befanden die 71-Jährige für schuldig, auf illegale Weise ihren Steuerwohnsitz zeitweise nach Portugal verlegt zu haben. Sie sahen es auch als erwiesen an, dass die Schauspielerin ein Geldgeschenk eines Freundes in Höhe von zwei Millionen Euro als Kredit verschleiert hatte. Zudem hatte sie etwa 120.000 Euro von einem Offshore-Unternehmen über ein nicht deklariertes US-Konto nach Portugal transferiert. Die Affäre war durch die sogenannten Panama Papers ausgelöst worden, die Hinweise auf Offshore-Aktivitäten gaben.

Adjani hatte im April vor Gericht ausgesagt, dass sie von einem ihrer Steuerberater betrogen worden sei. Sie sei eine "leichte Beute" für ihn gewesen, da sie an einer Verwaltungsphobie leide. "Ehrlich gesagt habe ich noch nie eine Steuererklärung ausgefüllt. Und das ist gut so, denn es wäre katastrophal gewesen", hatte sie erklärt. Sie verwahrte sich dagegen, eine "Diebin" zu sein.

Der Anwalt der Steuerbehörde hatte erklärt, dass Adjani ihren Lebensmittelpunkt eindeutig in Frankreich hatte und dort hätte veranlagt werden müssen.

Adjani hatte 2016 und 2017 ihren Wohnsitz nach Portugal verlegt. Die französische Zeitschrift "Paris Match" veröffentlichte anschließend eine Homestory mit Fotos von der Wohnung, die sie nach eigenen Angaben in ein "Loft" hatte umbauen lassen. Wenn sie nach Paris komme, übernachte sie bei Freunden oder im Hotel, sagte sie der Zeitschrift.

Adjani zählte in den 80er und 90er Jahren zu den bedeutendsten französischen Filmstars. Sie wurde mit insgesamt fünf César-Filmpreisen ausgezeichnet, unter anderem für "Camille Claudel", "Die Bartholomäusnacht" und "Heute trage ich Rock!". Die Schauspielerin hat einen franko-algerischen Vater und eine deutsche Mutter, wurde in Paris geboren und wuchs zweisprachig auf.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Verheerende Sturzflut: Mindestens 160 Tote und hunderte Vermisste in Nepal und Tibet

Verheerende Sturzflut in Nepal: Bei schweren Überschwemmungen und Erdrutschen sind in dem Himalaya-Staat am Mittwoch mindestens 157 Menschen ums Leben gekommen. Zusammen mit von den chinesischen Behörden gemeldeten drei Toten im an Nepal angrenzenden Tibet starben mindestens 160 Menschen infolge der Katastrophe. Mehrere hundert Menschen wurden noch vermisst, darunter zahlreiche Ausländer.

Zahl der Toten nach Überschwemmungen in Nepal steigt auf 157

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Nepal ist die Zahl der Toten auf mindestens 157 gestiegen. Dies teilte die Polizei des Himalaya-Staats am Mittwoch mit. In einer vorherigen Zwischenbilanz hatte sie die Zahl der Todesopfer mit 95 angegeben. Zusammen mit von den chinesischen Behörden gemeldeten drei Toten in Tibet kamen damit mindestens 160 Menschen infolge des Unwetters ums Leben.

Protest gegen fremdenfeindliche Gewalt: Salif Keita sagt Konzerte in Südafrika ab

Aus Protest gegen die fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika hat der malische Musiker Salif Keita alle seine bevorstehenden Konzerte in dem Land abgesagt. Er treffe die Entscheidung "schweren Herzens", erklärte der international bekannte Sänger und Songschreiber im Onlinenetzwerk Facebook. Er könne die Berichte über fremdenfeindliche Gewalt gegen "unseren afrikanischen Brüdern und Schwestern" aber nicht ignorieren. Seine Managerin bestätigte Keitas Entscheidung am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr als 90 Tote bei Überschwemmungen in Nepal - Hunderte Touristen vermisst

Bei verheerenden Überschwemmungen in Nepal sind mehr als 90 Menschen getötet worden, hunderte Touristen werden zudem vermisst. Bislang seien 95 Tote geborgen worden, sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle am Mittwoch. Die Tourismusbehörde sprach von 403 vermissten Touristen, darunter 341 Ausländer. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen zunächst keine Erkenntnisse über betroffene Deutsche vor. Chinesische Staatsmedien berichteten über einen Erdrutsch im chinesisch-nepalesischen Grenzgebiet mit mindestens drei Toten.

Textgröße ändern: