Deutsche Tageszeitung - Zwei Patienten sterben bei nächtlichem Krankenhausbrand in Mecklenburg-Vorpommern

Zwei Patienten sterben bei nächtlichem Krankenhausbrand in Mecklenburg-Vorpommern


Zwei Patienten sterben bei nächtlichem Krankenhausbrand in Mecklenburg-Vorpommern
Zwei Patienten sterben bei nächtlichem Krankenhausbrand in Mecklenburg-Vorpommern / Foto: © AFP/Archiv

Bei einem nächtlichen Brand in einem Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern sind zwei Patienten ums Leben gekommen. Bei einem der beiden handle es sich um einen 85-jährigen Mann, teilte die Polizei am Donnerstag in Rostock mit. Die Identifizierung des zweiten toten Menschen daure noch an.

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Das Feuer war am frühen Morgen im Helene-von-Bülow-Klinikum in Ludwigslust ausgebrochen. Neben den beiden Toten wurde ein weiterer Verletzter gemeldet. Er habe eine Rauchgasvergiftung erlitten, sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Zunächst war von 34 Verletzten die Rede gewesen.

Der Brand war aus zunächst unbekannten Gründen in einem Patientenzimmer ausgebrochen. Die Feuerwehr traf gegen 04.30 Uhr ein. Während der Löscharbeiten wurden zunächst sämtliche Klinikgebäude geräumt. Alle rund 60 Patienten, die zu dem Zeitpunkt stationär in dem Krankenhaus behandelt wurden, mussten vorübergehend ihre Zimmer verlassen, wie die Landkreissprecherin sagte. Sie seien aber jederzeit medizinisch gut versorgt gewesen, betonte sie.

Am Morgen konnten die meisten Patienten der Sprecherin zufolge wieder in ihre Zimmer zurückkehren. Fünf von ihnen wurden vorsorglich in ein anderes Krankenhaus verlegt. Für Angehörige wurde eine telefonische Hotline eingerichtet.

Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Im Umkreis gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen. Das Gebäude, in dem das Feuer ausbrach, ist nicht mehr nutzbar. Laut Norddeutschem Rundfunk ist in dem Haus die Gefäßchirurgie untergebracht. Zunächst hieß es, bei dem Brandort handle es sich um die Radiologiestation.

Die Ermittlungen zur Brandursache sowie zu den weiteren Umständen des Geschehens dauerten an, erklärte die Polizei. Zur Klärung der Brandursache werde ein Sachverständiger hinzugezogen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich erschüttert von dem Geschehen. "Zwei Menschen haben ihr Leben verloren, es gibt weitere Verletzte", erklärte sie. "Das macht mich traurig." Schwesig machte sich gemeinsam mit Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) vor Ort ein Bild von der Lage.

Landesinnenminister Christian Pegel (SPD) sprach den Angehörigen und Verletzten sein "tiefes Mitgefühl" aus. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Hergang des Brands aufzuklären. Die Unterstützung der Betroffenen habe aber jetzt höchste Priorität, betonte Pegel.

Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte einen mangelhaften Brandschutz in deutschen Kliniken. "Eine gesetzliche Pflicht zur Installation von selbstständigen Löschanlagen in sämtlichen Patienten- und Personalzimmern ist überfällig", erklärte er in Dortmund. Die Auflagen für Möbelhäuser und Lagerhallen seien diesbezüglich deutlich höher. Deshalb sei die Politik gefordert, beim Brandschutz in stationären medizinisch-pflegerischen Einrichtungen "endlich die richtigen Prioritäten zu setzen".

(A.Stefanowych--DTZ)

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