Deutsche Tageszeitung - Wiener Gericht spricht zwei Syrer wegen Misshandlung von Oppositionellen schuldig

Wiener Gericht spricht zwei Syrer wegen Misshandlung von Oppositionellen schuldig


Wiener Gericht spricht zwei Syrer wegen Misshandlung von Oppositionellen schuldig
Wiener Gericht spricht zwei Syrer wegen Misshandlung von Oppositionellen schuldig / Foto: © APA/AFP

Ein Ex-General und ein früherer ranghoher Polizist aus Syrien sind von einem österreichischen Gericht wegen der Misshandlung von Regierungsgegnern während der Assad-Herrschaft zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Gegen den ehemaligen Brigadegeneral der syrischen Geheimdienste, Chaled al-Halabi, und den früheren Kriminalpolizisten Mussab Abu Rukbah wurden am Montag in Wien Haftstrafen von jeweils acht Jahren verhängt. Beide Männer hatte 2015 Asyl in Österreich beantragt und lebten seither dort.

Textgröße ändern:

Der 63-jährige al-Halabi wurde vom Wiener Landesgericht der Folter, schweren und sexuellen Nötigung und wegen mehreren Fällen von Körperverletzung schuldig gesprochen. Der 54-jährige Abu Rukbah wurde ebenfalls wegen Körperverletzung sowie schwerer und sexueller Nötigung verurteilt. Die Misshandlungen ereigneten sich dem Gericht zufolge zwischen April 2011 und März 2013 in der Stadt Rakka und waren demnach Teil "staatlich organisierter, systematischer Folter".

Neben der Haftstrafe wurden die Angeklagten zu Schmerzensgeldzahlungen von insgesamt 130.000 Euro an ihre Opfer verurteilt. Beide hatten zu Beginn des Verfahrens Anfang Juni auf nicht schuldig plädiert. Ihre Anwälte äußerten sich zunächst nicht dazu, ob sie Berufung einlegen werden.

Halabis Fall hatte in Österreich für Aufsehen gesorgt, weil er laut Anklage im Rahmen einer Absprache des österreichischen Geheimdienstes mit dem israelischen Mossad nach Österreich gekommen sein soll.

Die Anklageerhebung erfolgte im Rahmen internationaler Abkommen. Das österreichische Recht sieht die Zuständigkeit seiner Gerichte für bestimmte im Ausland begangene Straftaten vor. Mehrere europäische Länder, darunter auch Deutschland, haben syrische Staatsbürger wegen Verbrechen während des Bürgerkriegs in dem Land vor Gericht gebracht. Erst im Juni war ein ehemaliger syrischer Paramilitär in den Niederlanden wegen der Folter und Vergewaltigung von Regierungsgegnern zu 26 Jahren Haft verurteilt worden.

Die Protestbewegung gegen den damaligen Präsidenten Baschar al-Assad hatte am 15. März 2011 in Daraa begonnen. Assad ließ den landesweiten Aufstand gegen seine Regierung brutal niederschlagen. In dem sich anschließenden jahrelangen Bürgerkrieg wurden mehr als eine halbe Million Menschen getötet. Im Dezember 2024 wurde Assad von islamistischen Milizen gestürzt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Neue Freundin von Mann erstochen: Bundesgerichtshof bestätigt Essener Mordurteil

Eine wegen der Ermordung einer anderen Frau verurteilte Angeklagte ist vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erfolglos gegen das Urteil vorgegangen. Der BGH fand in der Entscheidung des Landgerichts Essen keine Rechtsfehler, wie aus einem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss hervorgeht. Das Landgericht hatte festgestellt, dass die Frau die neue Freundin ihres Manns auf offener Straße erstochen hatte. (Az. 4 StR 158/26)

Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot

Nach der Einführung des weltweit ersten Onlinedienste-Verbots für Kinder und Jugendliche in Australien haben junge Menschen in dem Land Angebote wie Instagram und Tiktok zuletzt offenbar wieder verstärkt genutzt. Bei einigen Anwendungen nähern sich die Nutzungsraten dem Niveau vor dem Verbot im Dezember, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten von Qustodio, einer Kontroll-App für Eltern, zeigten.

Kettenkarussell bleibt stehen: Fahrgäste in Hamburg aus 25 Metern Höhe gerettet

Anderthalb Stunden haben Fahrgäste eines kaputten Kettenkarussells in 25 Metern Höhe ausharren müssen, bis die Feuerwehr sie sicher zu Boden brachte. Der Vorfall passierte am späten Dienstagabend auf dem Hamburger Volksfest Dom, wie die Feuerwehr der Hansestadt am Mittwoch mitteilte. Das Karussell hat demnach einen Turm von 70 Metern Höhe, es sei wegen eines Defekts auf halber Höhe stehen geblieben.

14 Säuglinge bei Brand in Entbindungsstation in Pakistan gestorben

Bei einem Brand in einer Entbindungsstation in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind 14 Säuglinge ums Leben gekommen. Im dritten Stock eines Krankenhauses sei ein Feuer ausgebrochen, teilten die örtlichen Behörden am Mittwochmorgen mit. Zur Ursache des Brandes wurden zunächst keine Angaben gemacht. Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, teilte Verwaltungschef Sohail Ashraf im Onlinedienst X mit.

Textgröße ändern: